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Bildungsland Baden-Württemberg

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Bildungsland Baden-Württemberg - Beschluss des Landeshauptausschusses der FDP-BW

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  • Bildungsland

    Baden-Wrttemberg

  • Bildungsland Baden-Wrttemberg

    Beschluss des Landeshauptauschusses der FDP/DVP Baden-Wrttemberg am 09. Oktober 2010 in Freudenstadt

  • Herausgeber: Freie Demokratische Partei Landesverband Baden-Wrttemberg Rotebhlstrae 131 70197 Stuttgart

    Telefon: (0711) 666 18 - 0 Fax: (0711) 666 18 - 12

    Email: [email protected] Internet: www.fdp-bw.de

    Druck: Eigendruck

    Stuttgart, im Oktober 2010 Grafik und Gestaltung: Markus Lochmann Titel-Grafik: www.sxc.hu/1110956

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    Bildungsland Baden-Wrttemberg

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    InHaLT

    VORWORT DER LanDESVORSITzEnDEn DER FDP/DVP BaDen-WrTTeMBerG 5

    1. PraMBeL 7

    2. aLLGeMeine GrunDsTze LiBeraLer BiLDunGsPoLiTik 7

    3. FrhkinDLiche BiLDunG 13

    4. schuLe 17

    5. sonDerschuLen unD inkLusion 27

    6. LehrerBiLDunG 29

    7. BeruFLiche BiLDunG 30

    8. hochschuLen 34

    9. BeGaBTenFrDerunG 45

    10. LERnEn EIn LEBEn Lang 46

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    VORWORT DER LanDESVORSITzEnDEn DER FDP/DVP BaDen-WrTTeMBerG

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    eine gute Bildungspolitik geht alle an. Sie sichert die zukunftschancen der jungen generation und damit Wohlstand und Beteiligung an der ge-sellschaft. Bildungspolitik ist die soziale Frage des 21. Jahrhunderts.

    Fr die FDP war und ist Bildungspolitik ein zentrales Thema. Deshalb haben wir der Bildungspolitik am 9. oktober 2010 einen eigenen klei-nen Parteitag gewidmet. In monatelanger arbeit haben Bildungsfach-leute unter Leitung des Vorsitzenden des Landesfachausschusses Bil-dung und Wissenschaft, Patrick Meinhardt MdB, beraten und einen umfassenden antrag zur Beratung vorbereitet. Den daraus resultieren-den Beschluss des Parteitags legen wir Ihnen heute vor.

    Baden-Wrttemberg bietet hervorragende Bildungschancen. Die richti-ge Mischung aus Fordern und Frdern stellt die kinder in den Mittel-punkt der Politik. Dies zeigt sich beispielsweise konkret darin, dass wir trotz knapper kassen und haushaltskonsolidierung eine halbe Milliarde euro zustzlich fr eine Bildungsoffensive in Baden-Wrttemberg inves-tieren. Mit der Durchsetzung von verbindlichen sprachstandstests und Frderung konnten wir die frhkindliche Bildung und die integration durch Bildung entscheidend voranbringen. Damit nimmt Baden-Wrt-temberg bundesweit eine Vorreiterrolle ein.

    gerade ein gutes Bildungssystem kann aber immer noch besser wer-den. Die FDP Baden-Wrttemberg macht mit diesem umfassenden Bil-dungspapier die wichtigsten Punkte deutlich. Wir stehen fr ein diffe-renziertes schulsystem und damit fr mehr individuelle Frderung und chancen. einheitsschulen wird es mit uns nicht geben. Wir stehen fr mehr entscheidungsmglichkeiten der schulen vor ort. Was fr sch-ler, Lehrer und Eltern gut ist, sollen diese selbst strker mitentscheiden

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    knnen. Wir stehen fr einen Bildungsfderalismus und fr Bildungs-standards, die vergleichbare Voraussetzungen auf dem Bildungsweg ga-rantieren. Eine nivellierung der Bildung und eine absenkung der Quali-tt wren der falsche Weg.

    Bildung ist fr uns ein wichtiges anliegen. ihre Meinung dazu interes-siert uns.

    Ich wnsche Ihnen eine interessante Lektre.

    Mit den besten Gren

    Ihre

    Birgit homburger MdB

    Landesvorsitzende

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    BiLDunGsLanD BaDen-WrTTeMBerG

    1. PraMBeL

    Fr die FDP/DVP Baden-Wrttemberg ist Bildung die soziale Frage des 21. Jahrhunderts. Bildung ist nach liberalem Verstndnis ein zentra-les Brgerrecht und hat in der Landespolitik von Baden-Wrttemberg oberste Prioritt.

    Die FDP/DVP Baden-Wrttemberg will Baden-Wrttemberg zu dem Bildungsland in Deutschland machen.

    unsere Geisteshaltung und klare orientierung ist, dass der Mensch in einer liberalen Brgergesellschaft mndig und aufgeklrt ist und die beste Bildung im Rahmen seiner Fhigkeiten erhalten soll.

    im sinne dieses Menschenbildes setzt sich die FDP/DVP Baden Wrt-temberg seit jeher fr ein zukunftsfhiges Bildungssystem ein. Die Bil-dungspolitik als zentrales liberales politisches Handlungsfeld hat ihre Wurzeln in der liberalen Forderung nach gesellschaftlicher und politi-scher Teilhabe nicht durch geburt und Stand, sondern durch die per-snliche Leistung und den erfolg des individuums. sie umfasst die Erziehung zu freiheitlichen Werten, Eigenverantwortung, Respekt vor anderen und dem Leben in einer sozialen, freiheitlichen gesellschaft.

    im sinne dieses Menschenbildes legt die FDP/DVP Baden-Wrttem-berg nun ein gesamtkonzept fr Bildung vor.

    2. aLLGeMeine GrunDsTze LiBeraLer BiLDunGsPoLiTik

    1. allein in den vergangenen fnf Jahren wurden weltweit mehr Infor-mationen und Wissen produziert, als in den 5000 Jahren zuvor. Bildung

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    muss sich deshalb wandeln und der neuen Situation Rechnung tragen. Das bedeutet insbesondere, dass sich herkmmliche Bildungsmodelle fortentwickeln mssen.

    2. Die Grundlagen des Begriffes Bildung haben sich ebenso gewan-delt wie die ziele einer ausbildung. ein Gegensatz zwischen einer all-gemeinen Bildung und einer zweckgerichteten ausbildung besteht nach auffassung der FDP/DVP Baden-Wrttemberg deshalb nicht. Gemein-sam befhigen sie zu einem erfolgreichen Leben in der modernen ar-beitsteiligen gesellschaft.

    3. Die rasche Entwicklung des Weltwissens und der Welterfahrungen fhrt dazu, dass das einmal gelernte nicht fr ein ganzes Leben aus-reichen kann. Lebenslanges Lernen bedeutet: Weit mehr als in der Ver-gangenheit mssen wir deshalb im 21. Jahrhundert davon ausgehen, dass Menschen im Laufe ihres Lebens neues Wissen und neue Fhig-keiten erwerben mssen. Es ist deshalb keine scharfe Trennung mehr mglich zwischen aus-, Weiter- und Fortbildung alle drei sind integra-le Bestandteile des Bildungsbegriffes geworden.

    4. Die schaffung von grtmglicher chancengleichheit ist eine we-sentliche Herausforderung moderner gesellschaften: Jeder junge Mensch muss unabhngig von seinem kulturellen, sprachlichen und sozialen Hintergrund die Bildung erhalten, die seinen Fhigkeiten und seiner Leistungsbereitschaft entspricht.

    5. Bildungsmanahmen sind investitionen in die zukunft, die eine hohe Rendite erbringen. Die Folgekosten versumter Bildungsmanahmen sind viel hher als die kosten der Manahmen zum richtigen zeitpunkt. Deswegen gilt fr die FDP/DVP Baden-Wrttemberg: auch in zeiten knapper kassen und notwendiger haushaltskonsolidierung darf im Be-reich Bildung und Forschung nicht gekrzt werden. Vielmehr haben ge-rade wir Liberale durchgesetzt, dass die ber eine halbe Milliarde euro starke Bildungsoffensive in Baden-Wrttemberg gestartet wird. Darber hinaus ist es wichtig, dass die Entscheidung fr Bildungsinvestitionen

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    immer mehr vor ort in die kindergrten, schulen und hochschulen ver-lagert wird, statt in einer zentralen kultus- und Wissenschaftsbrokra-tie von oben herab angeordnet zu werden.

    6. Baden-Wrttemberg braucht einen neuen, offenen Bildungsdialog. eine bessere kommunikationskultur zwischen kultusbrokratie einer-seits und den Lehrkrften, Eltern und Schlern andererseits ist drin-gend erforderlich. Das Bildungsland Baden-Wrttemberg entwickelt sich nur dann, wenn ein hohes Ma an Gesprchsbereitschaft bei der kultusbrokratie besteht und diese auf ein vertrauensvolles Miteinan-der mit allen Beteiligten und auf mehr Eigenstndigkeit der Bildungsein-richtungen setzt.

    2.1. kinDer sTehen iM MiTTeLPunkT Der BiLDunGs-PoLiTik

    7. im zentrum liberaler Bildungspolitik steht das Wohl des kindes. Die individuelle Frderung jedes kindes muss das herzstck der Bildungs-politik in Baden-Wrttemberg sein.

    8. unsere kinder haben die bestmgliche Frderung verdient. hierbei sollen kinder mit all ihren sinnen angesprochen und gefrdert wer-den. unter anderem sollen sie kreativitt entfalten, Wissen erwerben, sozialverhalten und die Fhigkeit zur konfliktlsung erlernen und ihre sprachlichen Fhigkeiten entwickeln.

    9. Die Grundlagen fr die sptere entwicklung von kindern und Jugend-lichen werden in der kindheit gelegt. stabile Bindungen in den ersten Lebensjahren strken die Persnlichkeit des kindes. Die sichere Bin-dung zu spezifischen Bindungspersonen ist das beste Fundament fr eine gesunde motorische, kognitive und emotionale Entwicklung von kindern.

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    2.2. eLTern unD BiLDunG

    10. Die FDP/DVP Baden-Wrttemberg anerkennt die herausragende Ver-antwortung der eltern fr Bildung. eltern zu werden, gehrt nicht mehr so selbstverstndlich zum Lebensentwurf wie frher. Elternschaft ist heute eine von vielen Optionen der Lebensplanung. zudem wirken sich gesell-schaftliche Vernderungen wie die Berufsttigkeit beider Elternteile, der zunehmende anteil von alleinerziehenden, die hohe Scheidungsrate und ein hoher anteil von Familien mit Migrationshintergrund direkt auf die er-ziehung aus. gleichzeitig hat sich der anspruch der gesellschaft an Er-ziehung und Partnerschaft deutlich erhht. eltern brauchen mehr denn je anerkennung und untersttzung ihrer erziehungsleistung.

    11. Die von grundgesetz und Landesverfassung geforderte und ge-schtzte gemeinsame Erziehungsverantwortung von Eltern und Schu-le kann nur in einer vertrauensvollen zusammenarbeit gelingen. Mehr Transparenz und Information besonders auch fr bildungsferne El-ternhuser oder, wo notwendig, eltern mit Migrationshintergrund so-wie neue Formen von Elternbeteiligung am schulischen Leben legen die grundlage fr eine gelingende Erziehungspartnerschaft zwischen Elternhaus und Schule.

    12. nach berzeugung der FDP/DVP Baden-Wrttemberg sind Bil-dungsvereinbarungen zwischen kindergarten oder schule und eltern sinnvoll. in einer solchen Bildungs- und erziehungsvereinbarung kn-nen Verhaltenserwartungen an alle Beteiligten gleichberechtigt als eine gemeinsame Vereinbarung formuliert werden - also ziele, Pflichten, Erwartungen und aufgaben festgelegt werden. Diese Bildungs- und Er-ziehungsvereinbarungen sollen dazu beitragen, dass ein pdagogischer konsens entsteht und in der erziehung kinder und Jugendliche, eltern, Lehrerinnen und Lehrer und Erzieherinnen und Erzieher als Partner auf augenhhe zusammenwirken. Die zusammenarbeit zwischen Bildungs-einrichtungen und eltern mit Migrationshintergrund nimmt dabei eine wichtige Rolle ein.

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    13. kinder brauchen Freirume! kinder brauchen nicht immer mehr staatliche Lebenskontrolle und nicht immer mehr Verdichtung der Schulausbildung, Die FDP/DVP Baden-Wrttemberg setzt sich deshalb nachdrcklich dafr ein, kindern und Jugendlichen Freirume zu erhal-ten, um kreativitt, soziale kompetenz und die Persnlichkeitsentwick-lung zu strken und zu festigen.

    2.3. inDiViDueLLe FrDerunG

    14. Die FDP/DVP Baden-Wrttemberg setzt sich nachdrcklich da-fr ein, dass nicht nur schwchen und Defizite ausgeglichen, sondern auch Talente, neigungen und Begabungen frhzeitig erkannt und ge-frdert werden. Diese Frderung kann insbesondere darin bestehen, zustzliche angebote zu machen oder die Teilnahme an speziellen Programmen zu ermglichen. eltern, erzieher und Lehrer bentigen Handreichungen zur Erkennung solcher Talente und Begabungen und ansprechpartner fr mgliche weitere Frderung.

    15. Die FDP/DVP Baden-Wrttemberg setzt sich fr die einbeziehung von kindern mit Behinderungen in das regulre Bildungswesen ein. schon im kindergarten mssen kinder mit Behinderungen nach ihren Mglichkeiten gefrdert werden; mehr Jugendliche mit Behinderung sollen knftig einen qualifizierten schulabschluss erreichen.

    16. individuelle Beratung ber chancen und Mglichkeiten des eignen Bildungsweges werden zunehmend wichtig. Die FDP/DVP Baden-Wrttemberg fordert deshalb die weitere Professionalisierung der Bil-dungsberatung. Dies gilt gerade fr die Vielfalt der bergnge im ba-den-wrttembergischen Schulsystem.

    2.4. BiLDunGsFDeraLisMus

    17. Die besten Lsungen entstehen vor ort zusammen mit eltern, schlern und Lehrern und im Wettbewerb zwischen kindergrten, Schulen und Hochschulen. Wir brauchen keine nationale Einheitsstra-

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    tegie oder nationale Symbolpolitik, sondern einen Wettbewerb der Bun-deslnder um die beste Bildungspolitik. Die FDP/DVP Baden-Wrttem-berg bekennt sich daher zum Wettbewerbsfderalismus. Bildung ist und bleibt Lndersache.

    18. im Bereich der Bildung stehen Bund, Lnder und kommunen im rahmen klar definierter zustndigkeiten in der Verantwortung. statt immer neuer zustndigkeitsdebatten brauchen wir eine tragfhige Bildungspartnerschaft.

    19. Die FDP/DVP Baden-Wrttemberg fordert die abschaffung der de-mokratisch nicht legitimierten kultusministerkonferenz (kMk) in ihrer bestehenden Form und die umwandlung in eine schlanke Bildungskon-ferenz. Die kultusminister haben dann selbstverstndlich die Mglich-keit fr regelmige Tagungen, wie es sie in anderen politischen Berei-chen gibt. Das stndige sekretariat der kMk wird aufgelst. Die FDP/DVP Baden-Wrttemberg distanziert sich von der Verbindlichkeit der kMk-Beschlsse, die an keiner stelle legislativ verankert sind.

    20. Wir wollen die Vielfalt der Bildungswege. Mit Bildungsstandards fr alle schulischen Prfungen erleichtern wir die Mobilitt in Deutschland. Damit ein umzug von einem Bundesland in ein anderes nicht zu einem Bildungshemmnis wird, fordern wir die grozgige anerkennung der Bil-dungsabschlsse anderer Bundeslnder. Hierbei muss Baden-Wrttem-berg eine Vorreiterrolle wahrnehmen. Dann findet Bildungsfderalismus auch mehr akzeptanz in der Bevlkerung.

    21. Die Bundeslnder sind aufgefordert, die Mobilitt von Familien im rahmen des Bildungsfderalismus zu gewhrleisten. Dies ist die kern-aufgabe der neuen Bildungskonferenz. ansonsten gefhrden die Bun-deslnder selbst den Bildungsfderalismus.

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    2.5 anerkennunG Von QuaLiFikaTionen / auFenThaLT nach sTuDiuM

    22. in unserem Land leben viele Menschen mit Migrationshintergrund, die ber Qualifikationen verfgen, die sie in ihrem herkunftsland erwor-ben haben. Doch oft werden diese Qualifikationen nicht anerkannt, so dass hunderttausende qualifizierte und hochqualifizierte zuwanderer unter uns leben, die mangels entsprechender anerkennung ihrer Qua-lifikationen keinen zugang zum arbeitsmarkt finden oder aber nur weit unterhalb ihrer Qualifikation eingesetzt werden. Diese situation ist dem-tigend und entmutigend. unser Land braucht diese Qualifikationen. Die FDP/DVP Baden-Wrttemberg will die anerkennung von im ausland er-worbenen Qualifikationen erleichtern und bersichtlicher gestalten sowie eine zentrale anlaufstelle im Land fr die anerkennung von im ausland erworbenen Qualifikationen einrichten.

    23. In Baden-Wrttemberg erlangen heute viele auslnder ohne dauer-hafte aufenthaltsgenehmigung Schul-, Berufs- und Hochschulabschls-se. Diese mssen hufig mit der deutschen Qualifikation das Land verlassen und knnen die dadurch entstandenen kosten nicht zurck-zahlen. Die FDP/DVP Baden-Wrttemberg will mit Blick auf den Fach-krftemangel den Verbleib dieser qualifizierten spitzenkrfte durch ein erleichtertes erlangen einer aufenthaltsgenehmigung frdern.

    3. FrhkinDLiche BiLDunG

    24. Bildung beginnt nicht erst mit der grundschule sondern mit dem ers-ten Lebenstag. In der frhen Lebensphase werden die grundlagen fr eine erfolgreiche Bildungsbiographie gelegt. Wir setzen uns deshalb da-fr ein, dass kinderkrippen und kindergrten nicht nur als Betreuungs-, sondern auch als wichtige Bildungseinrichtungen anerkannt werden. Wir sprechen uns aber wegen der herausragenden Rolle der Eltern gegen ei-nen zwang zum Besuch von kinderbetreuungseinrichtungen aus.

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    25. Wichtig ist, dass Defizite bei der sprachkompetenz frhzeitig er-kannt und behoben werden. Deshalb hat die FDP/DVP in Baden-Wrt-temberg durchgesetzt, dass im Rahmen der vorgezogenen Einschu-lungsuntersuchung die sprachkompetenz jedes kindes geprft wird und ntigenfalls vor dem schuleintritt sprachliche Frdermanahmen durchgefhrt werden. Die umsetzung dieser regelung ist auf einem gu-ten Weg. unser ziel bleibt eine sprachkompetenzberprfung aller kin-der vor dem vierten geburtstag, die Einbeziehung der Eltern bei der ge-staltung der Frdermanahmen und die ausstattung der berprfenden stellen mit dem ntigen Personal und der entsprechenden kompetenz.

    26. insbesondere kinder mit Migrationshintergrund, in deren Familien die eigene herkunftssprache gesprochen wird, profitieren oft von einer Deutschfrderung. so knnen auch diese kinder oft bei schuleintritt die bestmglichen startchancen erhalten.

    27. Wichtig ist auch, dass Talente und Begabungen frhzeitig erkannt werden. Die frhkindliche Diagnostik muss deshalb auch um diese kom-ponente erweitert werden. Erkannte Talente und Begabungen sollen nach einer professionellen Beratung der eltern eine Frderung erfahren. Die FDP/DVP Baden-Wrttemberg hat durchgesetzt, dass eine Einschulung mit Vollendung des fnften Lebensjahres bei entsprechenden persnli-chen Voraussetzungen auch whrend des laufenden Schuljahres erfolgen kann, wenn kinder und eltern dies wollen.

    28. Die FDP/DVP Baden-Wrttemberg setzt sich fr ein schlssiges konzept der frhkindlichen Bildung ein. einen mageblichen Beitrag leistet hierbei die Vernetzung der Manahmen im rahmen des orien-tierungsplanes, des Projektes schulreifes kind, der Bildungshuser sowie der sprachfrderung.

    um die optimal Verzahnung zu gewhrleisten, mssen folgende schrit-te unternommen werden:

    Die erzieherinnen und erzieher in kindertagessttten und die eltern ms-

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    sen ber die Ergebnisse der Sprachstanddiagnose informiert werden.

    zu ergreifende Manahmen sind unter Beteiligung der erzieherinnen und erzieher der kindertagessttten zu planen und durchzufhren.

    kinder, bei denen durch den sprachentwicklungstest Defizite fest-gestellt wurden, nehmen verpflichtend an geeigneten Frdermglich-keiten vor der Einschulung teil.

    29. Spielerische Erfahrungen mit naturwissenschaftlichen Phnomen und technischen anwendungen leisten schon im kindergarten einen wichtigen Beitrag zur entwicklung des kindes. Partnerschaften wie zwischen Betrieben und Bildungseinrichtungen sind zu frdern und auszubauen.

    30. Musikalischer Bildung und sport kommt eine besondere Bedeutung zu. Musizieren und sport treiben fordert und frdert schlsselqualifika-tionen, besitzt integrative Wirkung und soziale kraft, denn gemeinsa-mes Musizieren und sport treiben verlangt bung, konzentration, das Einfgen in eine gruppe, das Einhalten von Regeln und fhrt zu Erfolg und Selbstbewusstsein. Deswegen setzt sich die FDP/DVP Baden-Wrttemberg dafr ein, dass in kinderbetreuungseinrichtungen und grundschulen das gemeinsame Singen zum Regelfall wird und jedem kind die Mglichkeit offenstehen muss, ein Musikinstrument zu erler-nen. Eine Teilnahme am Programm Singen Bewegen Sprechen muss zuknftig allen kinderbetreuungseinrichtungen und Grundschulen des Landes ermglicht werden.

    31. Die Qualittsentwicklung, die ausweitung der Betreuungszeiten und mancherorts auch des Platzangebotes mssen Vorrang haben vor der Verringerung der elternbeitrge. kommunale und freie Trger dr-fen weder durch den Landes-, noch den Bundesgesetzgeber gezwun-gen werden, ihre Betreuungseinrichtungen unentgeltlich anzubieten. Es muss die autonome Entscheidung des Trgers bleiben, wie hoch die eigenen Mittel sind, die er fr seine einrichtungen aufwenden will.

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    genauso liegt es in der freien Entscheidung des Trgers, ob und in welcher hhe er elternbeitrge erheben will. Dieses recht auf selbst-verwaltung darf politisch weder durch Vertrge mit den kommunalen Spitzenverbnden noch durch die Bewilligungsbedingungen fr Landes- und/oder Bundeszuschsse eingeschrnkt werden. Im Wettbewerb der Einrichtungen wird sich bei ausreichenden zuschssen ein nachfrage-gerechtes Preis-Leistungs-Verhltnis herausbilden.

    32. Regulre zugangsvoraussetzung fr die ausbildung der staatlich anerkannten Erzieherinnen und Erzieher bleibt der mittlere Bildungs-abschluss. Die Wahrnehmung von Leitungsfunktionen in kinderbetreu-ungseinrichtungen muss staatlich anerkannten Erzieherinnen und Er-ziehern weiterhin offen stehen.

    33. Wir begren es auch, dass durch entsprechende Studiengnge an Hochschulen eine weitere aufwertung der Frhkindlichen Bildung erfolgt. Einem zwang zur akademisierung der ausbildung erteilen wir aber eine entschiedene absage. ein hohes Ma an sozialer kompetenz zeichnet die Menschen, die sich fr den besonderen Beruf der erzieherin und des er-ziehers entscheiden. Welche Qualifikation bei der Besetzung einer stelle vorausgesetzt wird, muss die freie Entscheidung der Trger bleiben.

    34. in bereinstimmung mit den europaweiten Bestrebungen zur ff-nung der hochschulen auch fr beruflich qualifizierte Personen setzen wir uns aber ebenso entschieden dafr ein, dass staatlich anerkannten erzieherinnen und erziehern ein klarer Qualifikationsweg zum Beruf des Grundschullehrers offen steht.

    35. Die FDP/DVP Baden-Wrttemberg setzt sich dafr ein, dass mehr Mnner fr den Beruf des erziehers gewonnen werden. als Bezugs-personen und Vorbilder knnen sie wesentlich zum Bildungserfolg von Mdchen und insbesondere Jungen beitragen.

    36. Die FDP/DVP Baden-Wrttemberg setzt sich dafr ein, dass sich mehr Jugendliche mit Migrationshintergrund fr den erzieherberuf ent-

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    scheiden. Diese knnen als Vorbilder fungieren und durch spezielle interkulturelle und sprachliche kompetenzen die Leistung von kindern mit Migrationshintergrund bereits im vorschulischen alter entspre-chend frdern.

    37. Wir wollen den Wettbewerb unter allen kinderbetreuungs-einrichtun-gen im Land, um das angebot an den Vorstellungen und Bedrfnissen der kinder und der eltern auszurichten. richtig ist dabei die subjektfr-derung (Frderung der kinder durch Betreuungsgutscheine) statt einer objektfrderung (Frderung der einrichtung).

    38. Dies ist auch ein wirksames Instrument zur raschen Vermehrung von krippenpltzen. Wenn die eltern, die bei der kommune einen Platz fr ihr kind bei einem freien Trger nachweisen, einen Gutschein in hhe der kosten des gnstigsten kommunalen krippenplatzes erhalten, wird das Platzangebot nicht ber die nachfrage hinaus wachsen, aber es wird dank freier Initiative weit rascher steigen als bei kommunaler Planung.

    39. Wir sind der berzeugung, dass frhkindliche Bildung und Schu-le in einer zustndigkeit liegen und aus einer Hand gestaltet werden mssen. Darum haben wir durchgesetzt, dass die zustndigkeit fr die kindergrten an das kultusministerium berfhrt wurde.

    4. schuLe

    40. Die Potenziale von kindern und Jugendlichen mssen in einem guten unterricht erschlossen werden. an erster stelle der schulent-wicklung muss deshalb der Blick auf den Schler und die Qualitt des unterrichts stehen; strukturdebatten sind wenig hilfreich, meist sogar kontraproduktiv. Die konsequente schaffung der Voraussetzungen fr guten unterricht, der die entdeckung und Frderung von Talenten, nei-gungen und Begabungen in den Vordergrund stellt, ist daher das anlie-gen liberaler Schulpolitik.

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    41. In zeiten des rasanten Wissenszuwachses muss sich Schule ver-strkt auf Grundlagen- und Methodenbildung konzentrieren, um das Handwerkszeug fr lebenslanges Lernen zu vermitteln. grundlagenbil-dung hebt die berholte aufteilung von allgemeinbildung und ausbil-dung auf, denn sie will kinder und Jugendliche durch die Vermittlung von kenntnissen, Fhigkeiten, Fertigkeiten, haltungen und Werten be-fhigen, ihre Bildungskarriere durch ein ganzes Leben selbst zu gestal-ten und ihren Berufs- und Lebensweg selbst zu bestimmen.

    42. Die Frderung der vielfltigen individuellen Talente und Begabun-gen muss zum Schulprogramm erhoben werden. Lehrer mssen Sch-ler unterrichten nicht klassen. schler mssen nicht belehrt, sondern begleitet werden hin zu mehr eigenstndigem, selbstverantwortetem Lernen. Differenzierende unterrichtsmethoden mssen daher im Vor-dergrund stehen, um die Potenziale von kindern und Jugendlichen zu erschlieen. Dabei mssen die Lehrer aber als gegenber der Schler sichtbar bleiben. Wo dies gelingt, werden sich Eltern gerne hinwenden. Persnliche Leistungsziele und individuelle strategien dorthin mssen vereinbart werden.

    43. Elternmitwirkung ist keine Last fr die Schule, sondern ein wichtiges partnerschaftliches Element. Schule muss auch Elternschule sein. Die FDP/DVP Baden-Wrttemberg frdert daher schulstrukturen, die von der Mitverantwortung der eltern fr den Bildungserfolg ihrer kinder aus-gehen und ihnen die Mitgestaltung des Programms ihrer schule ermg-lichen. Die FDP/ DVP Baden-Wrttemberg erwartet aber auch, dass El-tern ihre Verantwortung wahrnehmen und sich am Schulleben beteiligen.

    44. Die FDP/DVP Baden-Wrttemberg spricht sich fr ganztagesan-gebote in allen Schularten in ganz Baden-Wrttemberg aus. ganzta-gesschulen sollen berall dort eingerichtet werden, wo diese vor Ort gewnscht werden. hier mssen sich neben offenen angeboten auch gebundene Formen entwickeln knnen. Ganztagesschulen bieten be-sondere pdagogische Mglichkeiten der individuellen Frderung von Schlern auf ihrem jeweiligen Leistungsniveau und sind ein wichtiger

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    Beitrag zur Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf, zur kompensierung unterschiedlicher Bildungs- und Lernvoraussetzungen sowie zur Talentfrderung. Bei Ganztagesangeboten sind insbesondere zustzliche Lehrerstunden, Mglichkeiten fr sozialpdagogische Be-gleitung und die enge kooperation von schulen mit Vereinen, Verbn-den, unternehmen, Musikschulen und kirchen und anderen religions-gemeinschaften von erheblicher Bedeutung.

    45. Gute Bildung kann nur erreicht werden mit guten schulen. im Mit-telpunkt einer guten Schule steht der gut ausgebildete und gut moti-vierte Lehrer. genauso wichtig fr eine gute Schule ist eine fachlich und pdagogisch kompetente Schulleitung, die vom Vertrauen der Eltern und Lehrer getragen ist. Schulleiter mssen mehr in Richtung schulverwaltungsmanagement qualifiziert werden. an den schulen mssen arbeitsstellen fr administratives Personal geschaffen werden, um den Schulleiter bei den Verwaltungsaufgaben zu entlasten. gene-rell ist ber eine klare Trennung der kompetenzen zwischen Verwaltung und Pdagogik nachzudenken, um die Leistungsfhigkeit, Flexibilitt und konkurrenzfhigkeit der schulen zu frdern, wie es heute in priva-ten Einrichtungen bereits blich ist.

    46. Guter unterricht wird nicht nur auf einem Weg erreicht. Wir wol-len mehr Freiheit fr Schulen zulassen und setzen uns deshalb fr das konzept der eigenstndigen schule ein. Durch Freiheit fr die Bildungs-einrichtungen vor Ort entsteht ein kreativer Wettbewerb, der die bes-ten Wege zur Potenzialerschlieung von schlern ffnet. Die FDP/DVP Baden-Wrttemberg untersttzt deshalb die Profilbildung der schulen vor Ort.

    47. Bestandteil der eigenstndigen Schule ist knftig ein eigenstndi-ges Personalbudget. Dieses kann dann unter anderem im Bereich der Vertretungslehrer, Pdagogischen assistenten, Schulsozialarbeiter und Schulpsychologen nutzbar sein. Das ziel ist die weitgehende Personal-verantwortung der eigenstndigen Schulen.

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    48. schulfrdervereine in Baden-Wrttemberg leisten eine besondere arbeit. hier knnen eltern, schler und Lehrer zusammenwirken und die entwicklung der jeweiligen schule positiv beeinflussen. Gerade der Landesverband der schulfrdervereine ist ein wichtiger und verlssli-cher ansprechpartner fr Fragen der Schulpolitik.

    49. Bestandteil der eigenstndigen Schule ist die Freiheit des pdago-gischen konzeptes. auch staatlichen schulen soll ermglicht werden, als gleichwertig genehmigte Bildungskonzepte zu verfolgen.

    50. Das recht auf Bildung ist ein Menschenrecht. Der Besuch einer schule muss fr alle kinder unabhngig von status und herkunft mglich sein. Das gilt auch fr kinder, deren aufenthalt in Deutschland nicht ge-sichert ist. nur so knnen rechtzeitig und frhzeitig die Weichen fr eine lebenslange Bildung gestellt werden. Dementsprechend wurde auf Initia-tive der FDP/DVP Baden-Wrttemberg die schulpflicht auch fr kinder im asylverfahren und fr kinder mit Duldungsstatus eingefhrt.

    51. Die FDP/DVP Baden-Wrttemberg steht fr Bildungsentscheidun-gen vor ort statt Bildungsdiktat von oben. Die aufgaben des kultus-ministeriums haben sich deshalb auf den Ordnungsrahmen zu be-schrnken. hierzu gehren das setzen von standards, einheitliche abschlussprfungen, die Qualittssicherung sowie die Sicherstellung von Transparenz und fairem Wettbewerb im Bildungswesen. Das kul-tusministerium muss den schulen vor ort grtmgliche Freiheiten bei der ausgestaltung ihrer Profile lassen.

    52. Die FDP/DVP Baden-Wrttemberg setzt sich fr fairen Wettbe-werb zwischen den Schulen in staatlich-kommunaler und Schulen in freier Trgerschaft ein. Schulen in freier Trgerschaft sind nicht Ersatz oder bloe Beigabe des staatlichen Schulsystems. Sie sind garanten von Wahlmglichkeit, Vielfalt und Wettbewerb um die besten pdago-gischen konzepte. unser Bildungssystem kann hiervon nur profitieren. Wir wollen dies durch die zuweisung von Finanzmitteln pro Schler an beide Schulgruppen sicherstellen.

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    4.1. GrunDschuLe

    53. in den Grundschuljahren vollziehen sich wichtige Weichenstellun-gen in der entwicklung eines kindes, die auf der frhkindlichen Bildung im kindergarten aufbauen mssen. Deshalb gehrt der Bildung und Frderung in diesen frhen Lebensabschnitten unsere besondere auf-merksamkeit.

    54. Die FDP/DVP Baden-Wrttemberg hat durchgesetzt, dass im rah-men der Qualittsoffensive Bildung der klassenteiler an Grundschu-len bereits zum Schuljahr 2010/11 von 31 auf 28 gesenkt wird. Die hierbei zustzlich geschaffenen rund 810 Lehrerstellen verbessern die Lehrer-Schler-Relation erheblich und geben mehr Raum, auf die indi-viduellen strken wie Defizite der schler einzugehen. Die FDP/DVP Baden-Wrttemberg hat das ziel, den klassenteiler ber das bereits jetzt erreichte Ma hinweg noch weiter zu senken.

    55. eine anspruchsvolle ausbildung der Grundschullehrerinnen und Grundschullehrer ist Garant fr guten unterricht. Die FDP/DVP Baden-Wrttemberg hat nach schwierigen Verhandlungen durchgesetzt, dass die Regelstudienzeit fr angehende grundschullehrer von derzeit sechs auf zuknftig acht Semester angehoben wird. Diese gewonnene Stu-dienzeit gilt es zu nutzen, um im Hinblick auf die Heterogenitt der Grundschulklassen einerseits die diagnostische kompetenz und ande-rerseits die fachliche kenntnis der zuknftigen Lehrkrfte zu vertiefen. Darber hinaus ist es fr die FDP/DVP wichtig, dass grundschulleh-rerinnen und grundschullehrer auch die anerkennung fr ihre wichtige arbeit erfahren.

    56. Wir setzen uns bei der neuordnung der Lehramtsstudiengnge da-fr ein, dass die Grundschullehrer wie bisher entsprechend dem klas-senlehrerprinzip verpflichtend die kompetenzbereiche Deutsch und Mathematik belegen, alle brigen jedoch frei whlen drfen. Die Pda-gogischen Hochschulen sollen bei der ausgestaltung der Studiengnge grere Freiheit als bisher genieen.

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    57. interkulturelle kompetenz ist eine wichtige Qualifikation von Grund-schullehrkrften, die es in unterschiedlicher Weise zu frdern gilt. neben der Frderung der interkulturellen kompetenz bei allen Lehr-amtsbewerbern nehmen Lehramtsbewerber mit eigenem Migrations-hintergrund eine besondere Rolle ein: Sie fungieren als Vorbilder fr eine gelungene Integration, weshalb diese verstrkt fr den Lehrerbe-ruf gewonnen werden sollten. Pdagogische assistenten ergnzen die arbeit von Lehrerinnen und Lehrern sinnvoll, um so die Frder- und in-tegrationsaufgaben der grundschulen zu strken.

    58. Den Grundschulunterricht in einer Fremdsprache hlt die FDP/DVP Baden-Wrttemberg im Sinne einer frhen auseinandersetzung mit Fremdsprachenerwerb fr richtig. Forschung, Lehre und Weiterbil-dung ber den frhen Fremdsprachenunterricht sind an den baden-wrttembergischen hochschulen verstrkt zu frdern. Der derzeitige Grundschulunterricht in einer Fremdsprache steht in der kritik und soll deshalb nach auffassung der FDP/DVP Baden-Wrttemberg evaluiert werden. Es soll in das Ermessen der grundschule gestellt werden, ob sie auf der Basis dieser Evaluation eine selbst gewhlte Fremdsprache oder ein anderes Fach, z.B. Deutsch oder Mathematik, unterrichtet.

    59. Die Grundschulbezirke sind aufzuheben.

    4.2. BerGanG in WeiTerFhrenDe schuLen

    60. Die FDP/DVP Baden-Wrttemberg hlt an der vierjhrigen grund-schulzeit fest.

    61. Die FDP/DVP Baden-Wrttemberg ist offen fr regionale schul-projekte, die flexiblere bergangszeitpunkte in weiterfhrende schulen zum gegenstand haben. Darber hinaus sind lngere grundschulzeiten fr alle Schler oder integrative Formen im weiterfhrenden Schulwe-sen zuzulassen, wo sie vom Schultrger, den Lehrern und den Eltern gewollt werden.

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    62. Die FDP/DVP Baden-Wrttemberg setzt sich dafr ein, dass die grundschulen auch knftig eine Empfehlung fr den weiterfhrenden Bildungsgang jedes kindes aussprechen mssen. Dabei drfen die wei-terfhrenden schulen ein kind mit einer empfehlung fr die von den eltern gewnschte schulart oder eine hhere schulart nicht zurck-weisen. insoweit soll die empfehlung fr die weiterfhrenden schu-len auch knftig verbindlich sein. Jede weiterfhrende Schule soll aber knftig das recht haben, auf Wunsch der eltern ein kind ohne zureichen-de Empfehlung aufzunehmen, wenn die Lehrerkonferenz in einem von ihr selbst bestimmten aufnahmeverfahren zu der berzeugung gelangt, den erfolg des konkreten kindes in der konkreten schule bis zum abschluss-ziel der schulart frdern zu knnen. Diese aufnahmeentscheidungen sind fr andere Schulen derselben Schulart nicht bindend.

    4.3. schuLe in VieLFaLT

    63. Die FDP/DVP Baden-Wrttemberg bekennt sich zur Vielfalt der Bildungseinrichtungen. unterschiedliche Bildungsbiographien sind aus-druck von individualitt und unterschiedlichkeit der Lernenden. auch unterschiedliche kulturelle und sprachliche Voraussetzungen sind eine Bereicherung fr die schule und frdern das Verstehen und akzeptie-ren anderer nationalitten. Das baden-wrttembergische Bildungssys-tem steht mit seiner Vielzahl an schularten fr groe Differenzierung. Diese Differenzierung ist kein selbstzweck, sondern dient dazu, jeden schler entsprechend seiner Mglichkeiten optimal zu frdern und zum hchstmglichen Bildungsabschluss zu fhren nach dem Prinzip: kein abschluss ohne anschluss.

    64. Baden-Wrttemberg mit seinem stark differenzierten schulsys-tem bietet vielfltige chancen und ein hohes Ma an Durchlssigkeit. Diese Durchlssigkeit zwischen den Schularten ist eine der zentralen bildungspolitischen Fragen. Deswegen ist es wichtig, vermeidbare Hin-dernisse erst gar nicht entstehen zu lassen und bestehende Hindernis-se zu beseitigen.

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    65. schulversuche sowie regionale initiativen ber verstrkte koopera-tion und Verbnde verschiedener Schularten sind begrenswert und frderungswrdig. Brokratische hemmnisse, die derartige initiativen derzeit behindern, mssen schnell abgebaut werden. Die FDP/DVP Baden-Wrttemberg setzt sich auerdem dafr ein, dass erfolgreiche Programme aus Schulversuchen von Schulen mit besonderem pda-gogischem Profil weitergefhrt, im rahmen der eigenstndigen schule nachhaltig verankert und gegebenenfalls von anderen Schulen ber-nommen werden knnen.

    4.4. hauPTschuLe/WerkreaLschuLe

    66. Die Hauptschule vermittelt eine grundlegende allgemeine Bildung, die sich an lebensnahen Sachverhalten und aufgabenstellungen orientiert. sie schafft die Grundlage fr eine Berufsausbildung und fr weiterfh-rende, insbesondere berufsbezogene schulische Bildungsgnge.

    67. In der globalisierten und hoch technisierten Wissensgesellschaft von heute geht es darum, methodisch unterschiedliche Lernwege zu erffnen, die jedem schler vielfltige Lern- und Leistungschancen bieten, ohne ihn schon auf bestimmte Berufslaufbahnen und Lebens-chancen festzulegen. In diesem Sinne untersttzt die FDP/DVP Baden-Wrttemberg den Weiterbestand von Hauptschulen und sieht in der von ihr durchgesetzten aufhebung der Schulbezirke auch fr bisher einzgi-ge, gut arbeitende hauptschulen weitere entwicklungsmglichkeiten.

    68. sowohl die kooperation von haupt-, Werkreal- und realschulen mit differenzierten Bildungsgngen und abschlssen, aber teilintegriertem unterricht bis hin zur option einer gemeinsamen eingangsstufe in den klassen 5 und 6 wie auch die neu eingefhrte schulform Werkreal-schule knnen dafr sorgen, dass mehr Jugendliche einen mittleren Bildungsabschluss erhalten, regionale Bildungsstandorte gestrkt wer-den und der Stigmatisierung der Hauptschule entgegengewirkt wird.

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    69. Die FDP/DVP Baden-Wrttemberg begrt und untersttzt auch die Weiterentwicklung des Bildungsganges Hauptschule in der Form der neuen Werkrealschule. Mit der erstellung von individuellen entwick-lungsplnen fr die Schler, mit einer intensiven und frhzeitigen Be-rufsorientierung und der chance auf einen mittleren Bildungsabschluss fr mehr Schler setzt die neue Werkrealschule Forderungen der FDP/DVP Baden-Wrttemberg um.

    70. Wir fordern nach wie vor bei der umsetzung dieses konzeptes mehr Flexibilitt und kommunalfreundlichkeit bei der realisierung der notwen-digen zweizgigkeit. Den legislativen Spielraum dazu hat die FDP/DVP Baden-Wrttemberg bei der novellierung des schulgesetzes geschaffen.

    4.5. reaLschuLe

    71. Die Realschule ist eine auerordentlich erfolgreiche Schulart, wie die konstanten bergangsquoten auf die Realschule und der hohe Stel-lenwert dieses Bildungsgangs in der Wirtschaft belegen.

    72. Die Realschule bildet mit ihrem mittleren Bildungsabschluss einer-seits einen attraktiven ausgangspunkt fr viele ausbildungen, anderer-seits auch die Mglichkeit zur Fortschreibung der eigenen Bildungs-biographie an allgemeinbildenden und beruflichen Gymnasien und weiteren Schulen der Sekundarstufe 2.

    73. Fr Schler, die eine Versetzung in die zehnte Realschulklasse nicht erreichen, will die FDP/DVP Baden-Wrttemberg die Mglichkeit schaffen, ihre realschullaufbahn mit einer Prfung abzuschlieen, wel-che dieselben Berechtigungen wie ein Hauptschulabschluss vermittelt. Die Prfungsanforderungen sollen denen eines Hauptschulabschlusses gleichwertig sein, aber den Inhalten des Realschullehrplans entnom-men werden. gleiche anforderungen sind nur berechtigt, soweit die In-halte in beiden Schularten gleich sind.

    74. Die Realschule hat ihren festen Platz im gegliederten Schulsystem

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    Baden-Wrttembergs und wird diesen behalten.

    4.6. GyMnasiuM

    75. allgemeinbildende und berufliche Gymnasien bereiten auf das er-langen der hochschulreife als Qualifikation zum hochschulstudium vor. Whrend der gesamten schullaufbahn muss es einfacher als heute mg-lich sein, von anderen Schularten auf das gymnasium zu wechseln.

    76. Bildung braucht stabile rahmenbedingungen! Die FDP/DVP Baden-Wrttemberg hlt es fr notwendig, bei der Einfhrung achtjhriger gymnasialzeiten zunchst einmal Ruhe einkehren zu lassen und die umsetzung nach erreichen eines stabilen zustandes zu bewerten; nach abschluss der einfhrungsphase sind die notwendigen korrekturen vor-zunehmen.

    77. Die FDP/DVP Baden-Wrttemberg lsst sich bei den notwendigen korrekturen von folgenden berlegungen leiten: Die Verkrzung der gymnasialen Schulzeit auf acht Jahre hat in vielen Fllen zu einem star-ken anwachsen der arbeitszeit der betroffenen Jugendlichen gefhrt. zusammen mit der einfhrung neuer unterrichtsformen, die vermehr-te Eigenarbeit auerhalb der Schule voraussetzen, kann dies zur Ver-schulung der Lebenswelt von kindern und Jugendlichen fhren, sodass diese kaum noch zeit fr andere aktivitten haben. Dem muss die Schule im Rahmen ihrer Eigenverantwortung durch eine angemessene Wochenarbeitszeit entgegenwirken.

    78. Die Verkrzung der gymnasialen Schulzeit auf acht Jahre hat zur Verringerung der Durchlssigkeit des Schulsystems gefhrt. Dies gilt insbesondere fr die Sprachenfolge. Eine solche Entwicklung halten wir fr untragbar. sie kann nach auffassung der FDP/DVP Baden-Wrt-temberg durch die Bereitstellung zustzlicher Mittel verhindert werden, mit denen die gymnasien die bergnge innerhalb des Schulsystems verbessern knnen, z.B. durch zustzliche kurse fr schulwechsler.

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    79. In Baden-Wrttemberg kommen fasst vierzig Prozent der Studienan-fnger aus einem beruflichen Gymnasium. Dies ist ein zeichen fr die Durchlssigkeit unseres schulsystems in Baden-Wrttemberg und Mar-kenzeichen fr dieses Land. Die beruflichen schulen tragen den individu-ellen Begabungen Rechnung und sind auch die alternative zur achtjhri-gen gymnasialzeit. Sie mssen ausgebaut werden.

    80. Die FDP/DVP Baden-Wrttemberg setzt sich ebenfalls an gymna-sien fr eine sprachliche Frderung fr kinder mit sprachschwierigkei-ten, wie beispielsweise mit Migrationshintergrund, ein. Dadurch soll die chancengerechtigkeit ernsthaft verbessert und der zuknftige erfolg-reiche Werdegang frhzeitig untersttzt werden.

    5. sonDerschuLen unD inkLusion

    81. Die FDP/DVP Baden-Wrttemberg frdert die inklusion von Men-schen mit Behinderungen in das regulre Bildungswesen. Dies lsst sich nur durch individuelle Lsungen fr jedes kind mit Behinderungen ver-wirklichen. schon im kindergarten mssen kinder mit Behinderung nach ihren Mglichkeiten gefrdert werden, mehr Jugendliche mit Behinderung sollen knftig einen qualifizierten schulabschluss erreichen.

    82. in der schule muss gemeinsamer unterricht von Jugendlichen mit und ohne Behinderung berall mglich werden, um Lernerfolge und soziale kompetenzen nicht durch eine knstliche abgrenzung zu hem-men. Ein zunehmend barrierefreier ausbau von Schulgebuden ist dafr ebenso notwendig wie die fachpdagogische Weiterbildung von Lehrern und Betreuern, eine ausstattung der Schulen mit barrierefrei-en Lernhilfen, spezielle Betreuungsangebote und die Einfhrung zieldif-ferenzierter Bildungsplne. Spezialisierte Fachkrfte zur individuellen Betreuung und zur untersttzung des inklusiven Lehrbetriebs sollen im rahmen der schulautonomie eingestellt werden knnen.

    83. schulen mit einem hheren anteil an schlern mit Behinderung

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    sollen zustzliche Landesmittel zur Verfgung stehen, damit gemeinsa-mer unterricht nicht zu einsparungen an anderer stelle fhren muss. ber die Einrichtung von auenklassen sollen sie eigenstndig ent-scheiden drfen. Die angestrebte aufhebung der sonderschulpflicht in Baden-Wrttemberg ist eine richtige entscheidung, eine abschaffung aller Sonderschultypen lehnt die FDP/DVP Baden-Wrttemberg jedoch ab. Regelschulen sollen verstrkt mit Sonderschulen kooperieren, um Berhrungsngste abzubauen und gegenseitige Lernerfolge zu frdern.

    84. unterschiedliche Bildungsstandards sind normal. Gerade der allgemei-ne rckgang der schlerzahlen erffnen neue chancen fr eine qualitative Weiterentwicklung unseres schulsystems. so knnen sich sonderschulen ffnen und kinder ohne Behinderung aufnehmen. ebenso knnen sich all-gemeine schulen verstrkt kinder mit Behinderung aufnehmen unabhn-gig davon, ob die kinder zielgleich oder zieldifferent gemeinsam in einer klasse oder in kooperationsklassen unterrichtet werden.

    In den letzten Jahren sind verstrkt auenklassen von Sonderschulen an allgemeinen Schulen eingerichtet worden. Diese verknpfen die beson-dere Fachlichkeit der Sonderschule mit der allgemeinen Schule. Wenn schler beider schularten unter einem Dach unterrichtet werden, frdert dies auch das soziale Miteinander. Wichtig ist, dass schler, eltern und Lehrer an der schule gemeinsam den schulalltag gestalten knnen. Die entsprechenden Verwaltungsvorschriften sind anzupassen.

    85. Gem artikel 7 der un-Behindertenrechtskonvention ist bei al-len Manahmen, die kinder mit Behinderung betreffen, das Wohl des kindes vorrangig zu bercksichtigen. Deshalb kann der Besuch einer sonderschule mit spezialisierten Fachkrften und der dort mglichen intensiven Frderung und untersttzung die bessere Wahl sein. Die Be-weispflicht liegt hier bei der zustndigen Behrde bzw. den zuknftig einzurichtenden Bildungswegekonferenzen. Den eltern muss die Mg-lichkeit erffnet werden, einen sachverstndigen ihres Vertrauens in die Bildungswegekonferenz mitzubringen. im zweifel steht der klage-weg offen. Damit kann eine richterliche berprfung stattfinden.

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    6. LehrerBiLDunG

    86. Die FDP/DVP Baden-Wrttemberg vertritt die auffassung, dass der akademische abschlussgrad eines Lehramtsstudienganges durch die Hochschule entschieden und im Rahmen der akkreditierung des Studi-enganges berprft werden soll. auch unter dem gesichtspunkt beruf-licher alternativen fr Lehrer setzen wir uns dafr ein, dass integrierte Modelle, bei denen ein staatsexamen mit gestuften studiengngen ver-bunden wird, auch in Baden-Wrttemberg mglich gemacht werden.

    87. Die Einstellungsvoraussetzungen fr Lehrerinnen und Lehrer sol-len nach auffassung der FDP/DVP Baden-Wrttemberg so gendert werden, dass entsprechend qualifizierte Personen nicht nur aus dem eigenen Bundesland, sondern aus allen Bundeslndern und auch aus anderen europischen staaten die Mglichkeit haben, in Baden-Wrt-temberg zu unterrichten. Die auswahl unter den Bewerbern soll durch die Schule eigenstndig erfolgen.

    88. Die ausbildung von Lehrerinnen und Lehrern soll knftig strkeren Wert auf Methodenkompetenz und Fhigkeit zum Wissenserwerb in ei-ner globalisierten Informationsgesellschaft legen und damit die Rolle des Lehrenden als Wissensmoderator strken.

    89. Die Rolle der Lehrenden besteht auch zunehmend darin, unter-schiedliche Bildungsbiografien und unterschiedliche handlungs-kom-petenzen innerhalb eines klassenverbandes aufzufangen. Bei der aus-bildung von Lehrerinnen und Lehrern soll deshalb im pdagogischen Bereich strkerer Wert auf die Inklusionskompetenz gelegt werden.

    90. Die FDP/DVP Baden-Wrttemberg setzt sich dafr ein, dass an-gehende Lehrer bereits im Studium praxisorientiert auf ihre knftige schlerschaft vorbereitet werden. zum Beispiel knnen Lehramtsstu-dierende als Bildungs-coaches im rahmen eines Praktikums schler mit besonderem Betreuungsbedarf, z.B. auch Hochbegabung, begleiten und frdern.

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    91. schler mit Migrationshintergrund machen heute einen groen Teil der Schlerschaft aus. Lehrer mssen somit auf die besonderen Poten-ziale und Bedrfnisse dieser schler eingehen knnen, damit sie diese entsprechend frdern knnen. Dazu gehrt ein qualifiziertes studien-angebot fr islamischen Religionsunterricht.

    92. Bei der ausbildung von Lehrerinnen und Lehrern soll knftig ein strkeres Gewicht auf der Beruflichkeit liegen. Die fachliche kompo-nente der Qualifikation sollte dabei separat verwendbar sein, z.B. auch zur arbeit auerhalb der schule befhigen. umgekehrt muss auch in hherem Mae dafr gesorgt werden, dass fachlich ausgewiesenen Personen aus der Wirtschaft der einstieg in den Lehrerberuf ermglicht wird. Wir brauchen eine leistungsorientierte Bezahlung von Lehrern, eine hhere Flexibilitt bei der einstellung, auch Teilzeitlehrer und stun-denweise Lehrbeauftragte. Bei der Einstellung von Lehrern gilt, dass knftig auf die Verbeamtung verzichtet werden soll.

    7. BeruFLiche BiLDunG

    93. Das deutsche Berufsbildungssystem ist eine tragende Sule zur Sicherung unseres Fachkrftebedarfs und damit der Wirtschaftskraft unseres Landes. Durch seine hoch differenzierten Bildungsgnge ist es der Garant fr das Prinzip kein abschluss ohne anschluss und somit gleichwertig zur allgemeinen Bildung. Die FDP/DVP Baden-Wrttemberg setzt sich im zuge der europisierung des beruflichen Bil-dungswesens dafr ein, dass unsere duale ausbildung im Deutschen Qualifikationsrahmen und bei der entwicklung des europischen Leis-tungspunktesystems angemessen hoch eingestuft wird.

    94. ziel aller beruflichen Bildungsgnge ist die Vermittlung beruflicher Handlungskompetenz. Besonders die Befhigung fr lebenslanges Ler-nen ist die Basis zur Beschftigungssicherung. Dabei muss das berufli-che Bildungswesen chancen bieten sowohl fr leistungsstarke Jugend-liche als auch fr leistungsschwchere, eine ihnen geme berufliche

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    Qualifikation zu erreichen. Die wachsenden anforderungen an Bewer-ber und die hohe zahl an ausbildungsabbrchen erfordern eine str-kere Orientierung an der ausbildungsreife der Schulabgnger. Fr ihre Lernmotivation ist die verstrkte Berufsorientierung auch an allgemein-bildenden schulen eine unerlssliche Manahme.

    95. Die einrichtungen der beruflichen Bildung mssen Menschen mit Behinderungen zugnglich gemacht werden, wie es mit barrierefreien Betriebsgebuden, technischen Hilfsangeboten, digital verfgbaren Lernmitteln, speziellen Beratungsangeboten, flexiblen Lernzeiten und Prfungsbedingungen mglich ist. in Werksttten soll eine gezielte Wei-terbildung fr Menschen mit geistiger oder psychischer Behinderung vermittelt werden.

    7.1. DuaLe ausBiLDunGsParTner BeTrieB unD BeruFsschuLe

    96. Die FDP/DVP Baden-Wrttemberg erwartet von der Wirtschaft, dass sie den von ihr bentigten Fachkrftenachwuchs primr in eigener Verantwortung ausbildet und dabei mglichst allen Bewerbern ein aus-reichendes angebot an wesentlichen ausbildungspltzen zur Verfgung stellt. Die Wirtschaft leistet damit auch einen wesentlichen sozialen Bei-trag fr die Gesellschaft. in diesem sinne ist das erfolgreiche Bndnis zur strkung der beruflichen ausbildung fortzufhren mit dem primren ziel, die zahl der altbewerber weiter zu senken.

    97. um mehr Jugendliche mit einem Migrationshintergrund fr eine duale ausbildung zu gewinnen, knnen von Migranten gefhrte unter-nehmen eine wichtige Rolle spielen. Die FDP/DVP Baden-Wrttemberg setzt sich dafr ein, dass die ausbildungsbereitschaft und -fhigkeit von unternehmern mit Migrationshintergrund gefrdert wird.

    98. Technologische Entwicklungen, Verlagerungen von Produktions-zweigen ins ausland und sich wandelnde Berufsbilder erfordern flexible ausbildungsordnungen. einer breiten beruflichen Grundbildung mssen

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    Mglichkeiten zur spezialisierung folgen. um die Transparenz, Durch-lssigkeit und die Mobilitt in der beruflichen Bildung zu frdern, befr-wortet die FDP/DVP Baden-Wrttemberg im zuge der Modernisierung der dualen ausbildung ein System von gestuften grund-, Spezial- und Wahlpflichtbausteinen unter Beachtung des Berufsprinzips. Dabei wird zwischen Berufen mit zwei- und dreijhriger ausbildungszeit unterschie-den. Berufe mit zweijhriger ausbildungszeit mit der Mglichkeit zur Weiterqualifizierung sollten vermehrt eingefhrt werden. Dabei muss der anschluss an eine grundstndige 3,5-jhrige ausbildung gewhr-leistet sein. auerdem muss der ausbau der zusatzqualifikationen im Rahmen einer dualen ausbildung vorangetrieben werden.

    99. Die FDP/DVP Baden-Wrttemberg setzt sich mit nachdruck fr in-tensive zusammenarbeit von Betrieben und Berufsschule ein. Regionale Lernortkooperationen tragen in erheblichem Mae zu einer erfolgreichen dualen ausbildung bei, die ausbilderinnen und ausbildern, Lehrerinnen und Lehrern und nicht zuletzt den auszubildenden zu gute kommt.

    7.2. BeruFLiche schuLen

    100. Die FDP/DVP Baden-Wrttemberg fordert die Landesregierung auf, die beruflichen Bildungsgnge bedarfsgerecht den erfordernissen anzupassen, die sich aus dem prognostizierten Fachkrftebedarf und der demographischen entwicklung ergeben. hierzu gehren

    Manahmen, die Defizite in der deutschen sprache gezielt angehen,

    die Frderung interkultureller kompetenz der Lehrkrfte an berufli-chen Schulen im Rahmen der Lehrerfortbildung,

    die standortsicherung beruflicher schulzentren im lndlichen raum durch moderne Profilbildung,

    schulische angebote berufsvorqualifizierender Manahmen in enger kooperation mit Betrieben zu gestalten sowie sozialpdagogische Be-

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    treuung ber pdagogische assistenten und Jugendberufshelfer sicher-zustellen,

    die Priorisierung von Teil- gegenber Vollzeitschulen im Bereich der Berufsqualifizierung,

    der bedarfsgerechte ausbau beruflicher Gymnasien und

    ein ausreichendes angebot an Pltzen an Berufsoberschulen zur er-langung der Hochschulzugangsberechtigung im anschluss an eine dua-le ausbildung sowie an Berufskollegs zur Erlangung der Fachhochschul-reife.

    101. Das an den beruflichen schulen eingefhrte Qualittsmanage-mentsystem oes operativ eigenstndige schule fhrt zu einer er-heblichen Verbesserung der unterrichtsqualitt. Dieses system, das erfolgreich umgesetzt wurde, ist deutschlandweit einmalig und Baden-Wrttemberg ist damit Vorreiter. Die notwendige Ressourcenausstat-tung zur Erfllung der Evaluationsprozesse ist zur Verfgung zu stellen.

    102. Das strukturelle unterrichtsdefizit an beruflichen schulen ist end-lich zu beseitigen. Hierzu sind die anstrengungen zu vermehren:

    durch die Gewinnung von Direkt- und seiteneinsteigern als Lehrer;

    sowie durch Flexibilisierung der Lehrereinstellung ber schulbezoge-ne Stellenausschreibungen.

    103. Die FDP/DVP Baden-Wrttemberg setzt sich im Rahmen der vom Landtag einberufenen enquete-kommission Fit frs Leben in der Wis-sensgesellschaft berufliche schulen, aus- und Weiterbildung dafr ein, dass der Grundsatz kein abschluss ohne anschluss weiterhin oberste Prioritt hat. Dies bedeutet, dass das Berufsbildungssystem in Baden-Wrttemberg den ansprchen von Transparenz und Durchlssig-keit weiterhin gerecht bleiben kann. Die FDP/DVP Baden-Wrttemberg

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    hat sich in diesem Rahmen frhzeitig darum gekmmert, dass das eu-ropische Rahmenwerk EQR und DQR auch in Baden-Wrttemberg be-raten wird, und setzt sich fr deren umsetzung ein.

    8. hochschuLen

    104. Wirtschaft und gesellschaft in Baden-Wrttemberg zeichnen sich durch ihre ausgeprgte Fhigkeit zur Innovation aus. Sie war und ist die grundlage unseres Wohlstands und der Lebensqualitt aller Baden-Wrttemberger. Leistungsfhige hochschulen sind keimzellen der inno-vation und sorgen dafr, dass unser Land auch in zukunft von der ar-beit und den Leistungen hochqualifizierter Frauen und Mnner gestaltet wird und damit im weltweiten Wettbewerb weiterhin erfolgreich ist.

    105. Die hochschullandschaft in Baden-Wrttemberg ist vielfltig und bietet ein differenziertes studienangebot. sie deckt damit alle wesent-lichen Bereiche der Wissenschaft, der Technik und der kunst ab. Die FDP/DVP bekennt sich zu dieser Vielfalt, in der jede Hochschule ihr eigenes Profil zukunfts- und nachfrageorientiert bestimmt.

    106. Jede hochschulart trgt auf ihre spezifische Weise zur innovati-onsfhigkeit unsere Landes bei:

    Die universitten, die vielfach auch im internationalen Mastab spit-zenpositionen einnehmen, bieten in weiten Teilen exzellente grundla-genforschung und Lehre und mssen auch in zukunft Orte engagierten gesellschaftlichen Diskurses sein.

    Die Fachhochschulen sind orte der anwendungsorientierten Lehre und Forschung. Ihre absolventen prgen als Leistungstrger seit vielen Jahrzehnten das Bild der baden-wrttembergischen Wirtschaft und der Verwaltung.

    Die Duale hochschule ist ein baden-wrttembergisches erfolgsmo-

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    dell. Sie arbeitet praxisnah, orientiert sich an den anforderungen der unternehmen und verknpft die besondere Qualitt einer berufsnahen Hochschulausbildung mit den praktischen Erfahrungen in den ausbil-denden unternehmen. sie schafft ein hohes Ma an Bindung zwischen den unternehmen und ihren absolventen und trgt dadurch wesentlich zur Sicherung des Standorts Baden-Wrttemberg bei.

    Die Pdagogischen hochschulen sorgen fr qualifizierten Lehrer-nachwuchs fr die Haupt-, Real- und Sonderschulen im Land. Ihre ar-beit sollte strker mit den anderen Hochschulen vernetzt werden, das vorhandene pdagogische und didaktische know-how auch fr die ausbildung der gymnasial- und Berufsschullehrer und fr die frhkindli-che Bildung fruchtbar gemacht werden.

    Die Musik- und kunsthochschulen tragen mit ihren exzellenten stu-dienangeboten dazu bei, dass Baden-Wrttemberg auch in zukunft ein Land bleibt, dessen kulturelle schaffenskraft weit ber die Landesgren-zen hinaus strahlt und damit ein unter allen aspekten attraktiver Stand-ort fr arbeit und Leben bleibt.

    107. Baden-Wrttemberg hat sich in den vergangenen Jahrzehnten als attraktiver Standort fr aueruniversitre Forschungseinrichtungen bewhrt. auch sie sind wichtige keimzellen der innovation und binden hoch qualifizierte und kreative Forscher an unser Land. aufgabe der kommenden Jahre wird es sein, das dort vorhandene Potenzial noch strker fr die Bildung, also die Lehre an den Hochschulen, fruchtbar zu machen. Das karlsruhe institute of Technology (kiT) ist ein vielver-sprechendes Modell fr die Vernetzung aueruniversitrer Forschung mit der Forschung und Lehre an einer universitt.

    108. Fr die Leistungsfhigkeit aller hochschularten ist die koopera-tion mit der regionalen Wirtschaft ein unverzichtbarer Erfolgsfaktor. Die Rahmenbedingungen der zusammenarbeit sind deshalb fr alle hochschulen zu verbessern, kleinen und mittleren unternehmen muss auf unbrokratischem Weg (z.B. durch die Innovationsgutscheine des

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    Landes) ein zugang zu den Forschungsleistungen der Hochschulen ge-schaffen werden.

    109. Die zahl der Studienbewerber aus Baden-Wrttemberg ist schon vor dem doppelten abiturjahrgang 2012 deutlich angestiegen. Dem hat das Land in vorbildlicher Weise durch die schaffung von 20.000 neu-en Studienanfngerpltzen Rechnung getragen. auch nach 2016 muss gewhrleistet sein, dass die kapazitt der baden-wrttembergischen Hochschulen ausreicht, um die nachfrage der Studienbewerber nach studienpltzen und der Wirtschaft nach qualifizierten absolventen zu decken. Insbesondere in den naturwissenschaftlichen und technischen Fchern besteht Bedarf an weiteren Studienpltzen.

    8.1. auTonoMie unD WeTTBeWerB Der hochschuLen

    110. um ein leistungsfhiges, nachfrageorientiertes und in der spitze exzellentes Hochschulangebot zu gewhrleisten, mssen wir das in vielen anderen Lebensbereichen wirksame Prinzip des Wettbewerbs ntzen. Wir bekennen uns zum Wettbewerb der Hochschulen um die besten Lehrenden und studierenden, zum Wettbewerb um ffentliche und private Ressourcen und zum Wettbewerb aller baden-wrttember-gischen Hochschulen mit den Einrichtungen anderer Bundeslnder und den auslndischen Hochschulen. Ein funktionierender Wettbewerb, der fr die weniger erfolgreichen Wettbewerbsteilnehmer auch mit sprba-rer ressourcenknappheit verbunden sein kann, ist das effektivste Mit-tel der Qualittssicherung.

    111. Es ist die ureigene aufgabe der Hochschulen, zukunftstrchtige In-halte fr Forschung und Lehre zu bestimmen. Jede Hochschule muss deshalb die eigene Entwicklung unter verlsslichen Rahmenbedingun-gen selbstverantwortlich planen.

    112. um einen nationalen und internationalen Wettbewerb der hoch-schulsysteme zu ermglichen, mssen alle Vorgaben entfallen, die die-sen Wettbewerb schon auf Bundesebene behindern. Deshalb muss das

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    hochschulrahmengesetz abgeschafft werden. nationale Vorgaben sind auf das unverzichtbare Minimum zu reduzieren.

    113. unverzichtbarer Teil eines wettbewerbsorientierten, auf hchst-leistungen zielenden Hochschulsystems sind Hochschulen in freier oder kirchlicher Trgerschaft. Sie sollen sich als gleichberechtigte Partner im Wettbewerb um die besten kpfe etablieren knnen. Wir wollen den Marktzutritt solcher hochschulen durch faire Wettbewerbsbedingungen erleichtern und ihnen wo ntig jene hilfestellungen geben, die sie brauchen, um sich zu leistungsfhigen Wettbewerbern im baden-wrt-tembergischen Hochschulsystem zu entwickeln.

    114. Eine fundamentale Voraussetzung fr einen funktionierenden Wett-bewerb ist ein hohes Ma an autonomie fr die im Wettbewerb stehen-den Hochschulen. Die FDP/DVP untersttzt deshalb den weitgehenden Rckzug staatlicher Obrigkeit aus dem strategischen und operativen Be-trieb der hochschulen. entscheidungen ber die Profilbildung, ber neue Studiengnge, ber Prfungsordnungen, ber die hochschulinterne Ver-teilung der ressourcen, ber Manahmen der Qualittssicherung und ber die auswahl der Lehrenden und Studierenden sollten von den Orga-nen der Hochschule in eigener Verantwortung wahrgenommen werden.

    115. aufgabe des staates ist es, durch geeignete anreize dafr zu sor-gen, dass jeder Studienbewerber, der einen Studienplatz in Baden-Wrt-temberg anstrebt, ein fr ihn passendes angebot vorfindet. auf dieser grundlage soll jeder Studierende seine Hochschule und jede Hochschule ihre studierenden auswhlen knnen. auch fr das auswahlverfahren gilt nach unserer auffassung das Prinzip der hochschulautonomie.

    116. Teil der Hochschulautonomie ist es, zu entscheiden, welche sozialen Leistungen den Studierenden von der Hochschule bzw. den regionalen studentenwerken neben der Lehre angeboten werden. Die ffnungsklau-sel des Landeshochschulgesetzes gibt den hochschulen die Mglichkeit, auch diesen Bereich in ihre Profilbildung einzubeziehen.

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    8.2. sTuDiuM

    117. Jeder studierende soll sich seine hochschule auswhlen knnen. Die Hochschule whlt unter den Bewerbern ihre Studierenden aus. Einer zentralen Verteilung durch die Stiftung fr Hochschulzulassung (frher zVS) bedarf es nicht. Der Staatsvertrag ber die Vergabe von Studienpltzen ist deshalb mit dem ziel zu ndern, jeder baden-wrt-tembergischen Hochschule das Recht einzurumen, Studiengnge aus dem zentralen Vergabeverfahren zurckzuziehen. ber die ausgestal-tung des auswahl-verfahrens entscheidet die Hochschule autonom.

    118. Die ffnung der hochschulen fr studierende ohne abitur ist durch eine novellierung des Landeshochschulgesetzes erfolgt. Sie muss nun ausreichend bekannt gemacht und umgesetzt werden. Die Potenziale zur Qualifikation von studierenden mit einer Berufsausbil-dung sind besser zu erschlieen. Dazu gehrt auch das angebot flexib-ler und berufsbegleitender Studiengnge.

    119. Die FDP/DVP hlt das Modell eines zweistufigen studienabschlus-ses mit einem berufsqualifizierenden Bachelor-abschluss und einem strker akademisch geprgten Master-abschluss grundstzlich fr rich-tig. es schafft eine grere Vielfalt der studienangebote und gibt den hochschulen die Mglichkeit, auf das Wachstum des Wissens und den raschen Fortschritt von Wissenschaft und Technik durch neue Studien-angebote zu reagieren.

    120. Verbesserungen des Bachelor- und Mastersystems sind allerdings erforderlich. kleinteilige Module sowie starre Prfungs- und studienord-nungen fhren in der Praxis oftmals zu unflexibel ausgestalteten stu-diengngen. Die FDP/DVP Baden-Wrttemberg spricht sich fr mehr Eigenverantwortung der Studierenden statt planwirtschaftlicher Bevor-mundung aus und fordert deshalb die Hochschulen dazu auf, Bachelor- und Master-studiengnge freiheitlicher zu gestalten. auch fhren starre Quotenregelungen beim bergang in den Masterstudiengang zu einer nicht gerechtfertigten Verknappung qualifizierter studienangebote und

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    verhindern Qualifikation, anstatt sie zu ermglichen. auch Masterstudi-enpltze sollten nachfragegerecht angeboten werden. auerdem sollen die Hochschulen das Recht bekommen, neben den standardisierten abschlssen Bachelor und Master andere abschlsse (wie z.B. das Di-plom) anzubieten oder nach erfolgreichem Masterstudium das Diplom zu verleihen. Die 10-Semester-Obergrenze der Regelstudienzeit fr eine Bachelor- und Master-Laufbahn ist abzuschaffen und durch flexible re-gelstudienzeiten zu ersetzen, deren Lnge im Sinne der Hochschulau-tonomie von der jeweiligen Hochschule festgelegt wird.

    121. an vielen Hochschulen (insbesondere den Fachhochschulen) wird die neue Studienstruktur seit vielen Jahren erfolgreich umgesetzt. an-dere Hochschulen haben in der Einfhrungsphase Fehler gemacht und beispielsweise bervolle stundenplne oder eine unntig hohe Pr-fungsdichte erzeugt. Diese Fehler sind von den Hochschulen in eigener Verantwortung zu korrigieren.

    122. Die ausdifferenzierung der hochschulprofile und der hochschul-arten darf nicht dazu fhren, dass ein bergang zwischen den Hoch-schulen unntig erschwert wird. ein ziel der hochschulpolitik ist die hohe Durchlssigkeit der Hochschularten fr die Studierenden und die absolventen anderer Studiengnge. auch ein Wechsel von und an aus-lndische hochschulen darf durch eine unflexible ausgestaltung der Studienplne nicht behindert werden.

    123. Die Einfhrung des achtjhrigen gymnasiums darf nicht dazu fh-ren, dass akademische abschlsse aus Baden-Wrttemberg im euro-pischen ausland nicht mehr oder nur unter Schwierigkeiten anerkannt werden. Der Bund ist gefordert, auf europischer Ebene nachdrcklich fr die anerkennung der Studienabschlsse einzutreten.

    124. Die FDP/DVP bekennt sich dazu, dass jeder qualifizierte junge Mensch unabhngig von seiner persnlichen wirtschaftlichen situa-tion das Recht auf ein Studium hat. Dazu bedarf es eines vielfltigen Systems, das sowohl Transferleistungen wegen Bedrftigkeit als auch

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    Belohnungen wegen besonderer Qualifikation oder besonderen studie-nerfolgs vorsieht.

    125. Die Verantwortung fr den Lebensunterhalt whrend des studi-ums liegt in erster Linie beim Studierenden und seiner Familie. Wenn diese die notwendigen Mittel nicht aufbringen knnen, dann muss der Bund im Rahmen der Sozialgesetze die entsprechenden Hilfen vorse-hen (BafG). Die Voraussetzungen und die hhe der Leistungen sind den gewandelten Lebensverhltnissen anzupassen.

    126. Die Vergabe von Hochbegabtenstipendien fr herausragende Stu-dierende und Doktoranden darf nicht aus ideologischen grnden in richtung auf mehr Breite und weniger hchstleistung getrimmt werden. Der anteil der Promotionsstipendiaten muss wieder erhht werden. Die Vergabe solcher stipendien fr Masterstudiengnge darf nicht daran scheitern, dass diese studiengnge mglicherweise nur zwei semester dauern. Die hhe des elternunabhngig gewhrten Bchergeldes bei den hochbegabtenstipendien muss an die hhe des elternunabhngi-gen Teils des nationalen Stipendienprogramms angepasst werden.

    127. um speziellen situationen der studierenden rechnung zu tragen, sollten flexible studienprogramme (studieren mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten), berufsbegleitende studienangebote und die kre-ditprogramme der kfW weiter ausgebaut werden, die eine elternunab-hngige studienfinanzierung ermglichen.

    128. auch fr Menschen mit Behinderungen und chronischen erkran-kungen muss ein hochschulstudium mglich sein. notwendig dafr sind barrierefreie Hochschulgebude, der Einsatz technischer Hilfs-mittel, digital verfgbare Lernmittel und flexible studienzeiten und Pr-fungsbedingungen. Die schon vorhandenen vielfltigen angebote der Hochschulen sind nachhaltig auszubauen.

    129. Die Liberalen bekennen sich zu Studienentgelten als wichtiger Fi-nanzierungssule des Hochschulwesens, sehen aber die damit einher-

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    gehenden herausforderungen und Belastungen. Die kosten des hoch-schulwesens sollen durch die Studierenden mitgetragen werden, da sie direkt vom ffentlichen hochschulwesen profitieren. Gleichzeitig ist es der FDP/DVP wichtig, dass jeder unabhngig von der finanziellen aus-stattung seines Elternhauses und im Rahmen seiner Leistungsfhigkeiten und interessen die Mglichkeit zu einer akademischen ausbildung erhlt.

    130. Die Erhebung von Studienentgelten oder -gebhren darf die Stu-dierenden und ihre Familien nicht whrend des Studiums belasten. Die Trennung der studienfinanzierung vom einkommen der eltern, bei gleichzeitiger Fortentwicklung der hervorragenden Qualitt baden-wrt-tembergischer Hochschulen sind deshalb zentrale anliegen.

    131. Die geltende Regelung sofort flliger Studiengebhren, die durch Darlehen mit schwankenden zinsstzen finanziert werden knnen, ha-ben wir mitgetragen, aber wir streben fr knftige Studienanfnger eine bessere Regelung an:

    Die FDP/DVP Baden-Wrttemberg setzt sich dafr ein, dass fr Studie-rende whrend des Studiums keine Studiengebhren oder -entgelte zur zahlung anfallen. Studienentgelte sollen stattdessen in Baden-Wrttem-berg knftig in Form von echt nachgelagerten und einkommensabhn-gigen Entgelten von den Hochschulen festgesetzt und erhoben werden knnen. nach einstieg in das Berufsleben beginnen die absolventen dann ab einer Einkommensuntergrenze mit der Rckzahlung ihrer Stu-diengebhren. Diese zahlungen flieen direkt den hochschulen zu. Wer nichts verdient, muss auch keine Studiengebhren zahlen. Eine frhzei-tige und einmalige Bezahlung der studienentgelte ist zu ermglichen. Durch die vorgeschlagenen nderungen werden Familien whrend des Studiums entlastet. Die bisher oftmals zu Schwierigkeiten fhrende ge-schwisterregelung kann entfallen.

    132. Studiengebhren und -entgelte drfen ausschlielich zur Verbes-serung der Lehre eingesetzt werden; sie sollen deshalb insbesondere nicht fr solche aufgaben der Hochschulen verwendet werden, die zum

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    Mindeststandard des Faches gehren wie er z.B. im rahmen der ak-kreditierung festgestellt wird. sondern sie sollen ber den Mindeststan-dard hinaus eine wettbewerbliche ausstattung der hochschulen ermgli-chen. Die Verwendung der Studiengebhren und -entgelte soll durch die Studienkommissionen der Fakultten bestimmt werden, denn in diesen sind die Studierenden in gesetzlich vorgegebener Weise beteiligt.

    133. Whrend des studiums knnen die universitten unter Berck-sichtigung geschtzter ausfallquoten kredite zur sofortigen Gewhrleis-tung des zustzlichen Mittelzuflusses aufnehmen.

    8.3. hochschuLFinanzierunG

    134. Die Entwicklung der baden-wrttembergischen Hochschulen hat in den letzten Jahren sehr von der Planungssicherheit profitiert, die ih-nen der Solidarpakt gegeben hat. Die FDP setzt sich dafr ein, das Sys-tem des Solidarpaktes auch nach 2014 weiterzuentwickeln. allerdings muss die Grundfinanzierung der hochschulen strker als bisher an die zahl der tatschlich studierenden geknpft werden, um so auch ein fi-nanzielles interesse der hochschulen an der schaffung von (besetzten) studienpltzen zu schaffen.

    135. Wir wollen ein system nachfrageorientierter hochschul-finanzie-rung etablieren, das gem dem Prinzip Geld folgt student die staatlichen Mittelzuweisungen von der zahl der jeweils eingeschriebe-nen Studierenden abhngig macht, damit staatliche wie private Hoch-schulen gleichermaen ein Interesse an der aufnahme von Studieren-den besitzen und in einen Wettbewerb um die Studierenden eintreten. um in diesem Wettbewerb erfolgreich zu sein, werden sie studium und Lehre kontinuierlich verbessern und ihre ausbildungskapazitten nach-fragegerecht ausbauen und umschichten. Die brokratische kapazi-ttsberechnung und die staatliche Festsetzung von zulassungszahlen werden dann entbehrlich und abgeschafft.

    136. Die staatlichen Ressourcen fr den einzelnen (besetzten) Studien-

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    platz soll dabei landesweit einheitlich, aber nach studiengngen diffe-renziert zugewiesen werden.

    137. auch in zukunft brauchen die hochschulen private Mittel, um ihre ausgaben decken zu knnen. neben einer Beteiligung der studierenden und absolventen an den kosten von studium und Lehre durch studie-nentgelte spielen dabei private Drittmittel fr Forschung und Lehre eine wichtige Rolle. Die Rahmenbedingungen fr die akquirierung solcher Mittel sind zu erleichtern. ebenso mssen den hochschulen die Wege zu Sponsoring und Einwerbung von Spenden erleichtert werden. Die Ver-wendung der so eingeworbenen Mittel muss transparent erfolgen.

    138. stiftungsprofessuren und Baumanahmen nach dem Modell der Public-Private-Partnership sind ebenfalls Formen der notwendigen zu-sammenarbeit zwischen Hochschule und Wirtschaft, deren Potenziale noch nicht umfassend erschlossen sind.

    139. notwendig ist, dass die Hochschulen aus ihren Einnahmen auch Vermgen bilden knnen, das ihnen die Mglichkeit gibt, langfristige Verpflichtungen einzugehen und auch notwendige investitionen unab-hngig von staatlichen ressourcen zu finanzieren.

    140. Dem Prinzip der hochschulautonomie entspricht im finanziellen Bereich die aufstellung von globalhaushalten. Die Hochschulen sollten ber die Verwendung ihrer ressourcen so frei wie mglich entscheiden knnen, ohne dabei aus den augen zu verlieren, dass die Verfgung ber das geld des Steuerzahlers eine besondere Verantwortung fr Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit mit sich bringt.

    8.4. innere sTrukTur Der hochschuLen

    141. um im Wettbewerb der hochschulen national und international bestehen zu knnen, mssen die hochschulen handlungsfhig sein und brauchen professionelle Fhrungsstrukturen. auch die innere Organi-sation der Hochschule kann von ihr autonom geregelt werden. aller-

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    dings sollte dabei eine bermige Machtflle der rektorate vermieden werden. Die fachliche Verantwortung in den Fakultten sollte mit dem entsprechenden Ma an autonomie einhergehen.

    142. Der Senat der Hochschule, in dem alle gruppen der Hochschule vertreten sind, ist in seinen kompetenzen, auch bei der Wahl der rek-torate, wieder zu strken.

    143. Die Qualitt der Hochschulverwaltungen entspricht nicht an allen Standorten den Herausforderungen, die mit der zunehmenden autono-mie auf die Hochschulen zukommen. Es muss daher auch die Personal-struktur in den Hochschulverwaltungen berdacht und im Sinne einer strkeren Entlastung der Wissenschaftler von Verwaltungsaufgaben ge-staltet werden.

    144. Mit der strkeren finanziellen Beteiligung der studierenden muss eine strkere Mitverantwortung der studierenden einhergehen, ohne dass dabei die Fehler der 70er-Jahre wiederholt werden. Die FDP spricht sich deshalb fr die Einfhrung von Studierendenparlamen-ten als zentralem organ studentischer Mitbestimmung aus. Dieses Studierendenparlament whlt und kontrolliert den allgemeinen Stu-dentenausschuss als ausfhrendes Organ und Vertretung der Studie-renden gegenber der Hochschule. Die heute praktizierte Verlagerung von kompetenzen auf demokratisch nicht legitimierte scheingremien (Fachschaftsrtevollversammlung o..) wird ausgeschlossen.

    145. Die FDP/DVP bekennt sich zur leistungsabhngigen Besoldung der Hochschullehrer. Das System der Leistungsmessung wird von den Hochschulen jeweils autonom gestaltet.

    146. um die situation der als arbeitnehmer beschftigten Wissen-schaftler angemessen zu gestalten und dem aspekt der nachwuchs-frderung einen ausreichenden stellenwert zu verschaffen, bedarf es eines eigenen Wissenschaftstarifvertrages. Er muss durch geeignete Regeln fr attraktive Beschftigungsbedingungen und hinreichend ver-

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    lssliche Lebensperspektiven sorgen. Durch die anrechnung beruf-licher Erfahrungen auerhalb der Hochschule wird der bergang zwi-schen Wirtschaft und Hochschule erleichtert.

    9. BeGaBTenFrDerunG

    147. Die FDP/DVP Baden-Wrttemberg bekennt sich ausdrcklich zur Begabten- und hochbegabtenfrderung. Die Liberalen stehen fr eine Trendwende in der Frderkultur fr Talente. Deswegen ist es wichtig, dass knftig auch hochschulen selbst stipendien vergeben knnen. Gerade fr Baden-Wrttemberg wird dies eine wirkliche chance. Mit dem Vorhaben, zustzlich bis zu 8% der Studierenden mit elternunab-hngigen Stipendien auszustatten, wird ein richtiger Schritt vollzogen. Dieser aufbruch in eine breitere Stipendienkultur in Baden-Wrttem-berg wird knftig die bewhrten stipendiensysteme der Begabungsfr-derungswerke und der Wirtschaft ergnzen.

    148. Die Vergabe von Stipendien fr herausragende Studierende und Doktoranden darf nicht aus ideologischen grnden in Richtung auf mehr Breite und weniger hchstleistung getrimmt werden. Der anteil der Promotionsstipendiaten muss wieder erhht werden. Die Verga-be von stipendien fr Masterstudiengnge darf nicht daran scheitern, dass diese studiengnge mglicherweise nur 2 semester dauern. Die FDP setzt in Baden-Wrttemberg auch auf eine schulische Begabten-frderung sowohl in eigenen hochbegabtenschulen als auch in ergn-zung an den Schulen in entsprechenden Hochbegabtenzgen.

    149. Gerade die enge kooperation der schulen mit hochschulen muss hier weiter verstetigt und ausgebaut werden.

    150. Begabtenfrderung ist aber auch eine herausragende aufgabe schon von der frhkindlichen Bildung an. Talente optimal zu frdern, Entwicklungen zu strken und Hochbegabungen zu erkennen, muss vom ersten Tag fester Bestandteil einer frhkindlichen Bildung sein.

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    10. LERnEn EIn LEBEn Lang

    151. Wissen, erfahrung, berufliche und soziale kompetenz bedrfen der stndigen Erneuerung. Lebenslanges Lernen in Weiterbildung und Qua-lifizierung zur sicherung von kompetenzen, zum erwerb neuer Fhig-keiten ist eine der wichtigsten Daueraufgaben fr den Einzelnen wie fr die gesamte gesellschaft.

    152. Die FDP/DVP Baden-Wrttemberg steht fr Pluralitt im Bildungs-wesen. nur durch die gesamtanstrengung von Schulen, Volkshochschu-len, Berufsorganisationen, Hochschulen und der groen zahl privater Bil-dungsanbieter lsst sich das notwendige lebenslange Lernen realisieren.

    153. europische Bestrebungen, Qualifikationsbestandteile fr forma-le Bildungsabschlsse nach einem Punktesystem lebenslang erwerben zu knnen, verfolgt die FDP/DVP Baden-Wrttemberg aufmerksam und kritisch. Die FDP/DVP Baden-Wrttemberg setzt sich dafr ein, dass dieses Thema in unserem Land frhzeitig und unter dem Primat der Beruflichkeit diskutiert wird denn es kann nicht sein, dass durch Weiterbildung in berufsfremden Bereichen formale Qualifikationen fr den Beruf erworben werden. Die FDP/DVP Baden-Wrttemberg fordert deshalb die einfhrung einer thematischen klassifikation fr solche Qualifikationsbestandteile.

    154. Die FDP/DVP Baden-Wrttemberg fordert, dass auch fr Quali-fikationsbestandteile des lebenslangen Lernens eine europaweite ak-kreditierung zu gelten hat, welche die Mindeststandards feststellt und damit die Vergleichbarkeit sichert.

    155. Die Bildungsbedrfnisse von Menschen in der zweiten Lebens-phase, also nach der schulischen, beruflichen und akademischen Erstausbildung, sind sehr unterschiedlich. Denn sie werden durch die persnliche Motivation und situation bestimmt. Die FDP/DVP Baden-Wrttemberg setzt sich deshalb dafr ein, dass Menschen in dieser zweiten Lebensphase einen individuellen Bildungsplan erhalten knnen,

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    der ihre Bedrfnisse analysiert und konkrete Weiterbildungsempfehlun-gen geben soll. Mit dem schulabschluss endet der anspruch auf einen gleichberechtigten zugang fr Menschen mit Behinderungen zu lebens-langer Bildung nicht. In Werksttten soll eine gezielte Weiterbildung fr Menschen mit geistiger oder psychischer Behinderung vermittelt werden.

    156. Die demografische situation zu Beginn des 21. Jahrhunderts ist gekennzeichnet durch eine deutliche Verringerung des anteils der in herkmmlichen Berufen arbeitenden Menschen. umso mehr sollte das in Jahrzehnten erworbene Wissen der lteren Menschen vor dem aus-scheiden aus dem aktiven Erwerbsleben erkannt, aufgenommen und in den organisationen und unternehmen gehalten werden. Die FDP/DVP Baden-Wrttemberg setzt sich deshalb dafr ein, Organisationen und unternehmen bei einem aktiven Talent- und Wissensmanagement zu untersttzen und das Lernen ber Generationen hinweg zu frdern. Dazu knnen altersteilzeitmodelle an die Weitergabe von Wissen durch die lteren gebunden werden.

    157. Die Ttigkeiten lterer als ehrenamtliche Berater, bei der unter-sttzung von Bildungsmanahmen fr kinder und Jugendliche, als Men-toren fr brgerschaftliches Engagement sollen anerkannt und gesttzt werden.

    158. Die dringend notwendige steigerung der Weiterbildungsbeteiligung hngt auch an einem attraktiven Weiterbildungsfinanzierungssystem. Deswegen begrt die FDP/DVP Baden-Wrttemberg die Verdreifa-chung der Weiterbildungsprmie durch den Bund, die ein klares zei-chen fr einen aufbruch in der Weiterbildung ist.

    159. Baden-Wrttemberg braucht Bildungskonten fr ein Bildungssparen ein Leben lang. gerade intelligente Formen des Bildungssparens werden der Weiterbildung einen nachhaltigen Schub geben.

    160. Die FDP/DVP Baden-Wrttemberg will einen mglichst unbro-kratischen Weiterbildungsmarkt im Wettbewerb um die besten ange-

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    bote. Dies gilt insbesondere fr die Weiterbildungsangebote ber die Bundesagentur fr arbeit, zielt aber auch auf zu hohe Hrden bei der akkreditierung und bei der Verhinderung von Mehrfachzertifizierungen.

    161. Baden-Wrttemberg braucht eine Weiterbildungsoffensive fr er-zieherinnen und erzieher und Lehrerinnen und Lehrer. Gerade die Men-schen, die in herausgehobener Position eine besondere pdagogische Verantwortung bernehmen, mssen auch die besten Weiterbildungs-mglichkeiten erhalten.

    162. Die Schule muss auf die Lust, ein Leben lang zu lernen, intensiv vorbereiten. Denn die Weiterbildung muss zu einer Selbstverstndlich-keit in unserer gesellschaft werden.

  • Herausgeber: Freie Demokratische Partei Landesverband Baden-Wrttemberg Rotebhlstrae 131 70197 Stuttgart

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