Bildungsland Baden-W¼rttemberg

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Bildungsland Baden-Württemberg - Beschluss des Landeshauptausschusses der FDP-BW

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  • Bildungsland

    Baden-Wrttemberg

  • Bildungsland Baden-Wrttemberg

    Beschluss des Landeshauptauschusses der FDP/DVP Baden-Wrttemberg am 09. Oktober 2010 in Freudenstadt

  • Herausgeber: Freie Demokratische Partei Landesverband Baden-Wrttemberg Rotebhlstrae 131 70197 Stuttgart

    Telefon: (0711) 666 18 - 0 Fax: (0711) 666 18 - 12

    Email: fdp-bw@fdp.de Internet: www.fdp-bw.de

    Druck: Eigendruck

    Stuttgart, im Oktober 2010 Grafik und Gestaltung: Markus Lochmann Titel-Grafik: www.sxc.hu/1110956

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    Bildungsland Baden-Wrttemberg

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    InHaLT

    VORWORT DER LanDESVORSITzEnDEn DER FDP/DVP BaDen-WrTTeMBerG 5

    1. PraMBeL 7

    2. aLLGeMeine GrunDsTze LiBeraLer BiLDunGsPoLiTik 7

    3. FrhkinDLiche BiLDunG 13

    4. schuLe 17

    5. sonDerschuLen unD inkLusion 27

    6. LehrerBiLDunG 29

    7. BeruFLiche BiLDunG 30

    8. hochschuLen 34

    9. BeGaBTenFrDerunG 45

    10. LERnEn EIn LEBEn Lang 46

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  • 5Bildungsland Baden-Wrttemberg

    VORWORT DER LanDESVORSITzEnDEn DER FDP/DVP BaDen-WrTTeMBerG

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    eine gute Bildungspolitik geht alle an. Sie sichert die zukunftschancen der jungen generation und damit Wohlstand und Beteiligung an der ge-sellschaft. Bildungspolitik ist die soziale Frage des 21. Jahrhunderts.

    Fr die FDP war und ist Bildungspolitik ein zentrales Thema. Deshalb haben wir der Bildungspolitik am 9. oktober 2010 einen eigenen klei-nen Parteitag gewidmet. In monatelanger arbeit haben Bildungsfach-leute unter Leitung des Vorsitzenden des Landesfachausschusses Bil-dung und Wissenschaft, Patrick Meinhardt MdB, beraten und einen umfassenden antrag zur Beratung vorbereitet. Den daraus resultieren-den Beschluss des Parteitags legen wir Ihnen heute vor.

    Baden-Wrttemberg bietet hervorragende Bildungschancen. Die richti-ge Mischung aus Fordern und Frdern stellt die kinder in den Mittel-punkt der Politik. Dies zeigt sich beispielsweise konkret darin, dass wir trotz knapper kassen und haushaltskonsolidierung eine halbe Milliarde euro zustzlich fr eine Bildungsoffensive in Baden-Wrttemberg inves-tieren. Mit der Durchsetzung von verbindlichen sprachstandstests und Frderung konnten wir die frhkindliche Bildung und die integration durch Bildung entscheidend voranbringen. Damit nimmt Baden-Wrt-temberg bundesweit eine Vorreiterrolle ein.

    gerade ein gutes Bildungssystem kann aber immer noch besser wer-den. Die FDP Baden-Wrttemberg macht mit diesem umfassenden Bil-dungspapier die wichtigsten Punkte deutlich. Wir stehen fr ein diffe-renziertes schulsystem und damit fr mehr individuelle Frderung und chancen. einheitsschulen wird es mit uns nicht geben. Wir stehen fr mehr entscheidungsmglichkeiten der schulen vor ort. Was fr sch-ler, Lehrer und Eltern gut ist, sollen diese selbst strker mitentscheiden

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    knnen. Wir stehen fr einen Bildungsfderalismus und fr Bildungs-standards, die vergleichbare Voraussetzungen auf dem Bildungsweg ga-rantieren. Eine nivellierung der Bildung und eine absenkung der Quali-tt wren der falsche Weg.

    Bildung ist fr uns ein wichtiges anliegen. ihre Meinung dazu interes-siert uns.

    Ich wnsche Ihnen eine interessante Lektre.

    Mit den besten Gren

    Ihre

    Birgit homburger MdB

    Landesvorsitzende

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    BiLDunGsLanD BaDen-WrTTeMBerG

    1. PraMBeL

    Fr die FDP/DVP Baden-Wrttemberg ist Bildung die soziale Frage des 21. Jahrhunderts. Bildung ist nach liberalem Verstndnis ein zentra-les Brgerrecht und hat in der Landespolitik von Baden-Wrttemberg oberste Prioritt.

    Die FDP/DVP Baden-Wrttemberg will Baden-Wrttemberg zu dem Bildungsland in Deutschland machen.

    unsere Geisteshaltung und klare orientierung ist, dass der Mensch in einer liberalen Brgergesellschaft mndig und aufgeklrt ist und die beste Bildung im Rahmen seiner Fhigkeiten erhalten soll.

    im sinne dieses Menschenbildes setzt sich die FDP/DVP Baden Wrt-temberg seit jeher fr ein zukunftsfhiges Bildungssystem ein. Die Bil-dungspolitik als zentrales liberales politisches Handlungsfeld hat ihre Wurzeln in der liberalen Forderung nach gesellschaftlicher und politi-scher Teilhabe nicht durch geburt und Stand, sondern durch die per-snliche Leistung und den erfolg des individuums. sie umfasst die Erziehung zu freiheitlichen Werten, Eigenverantwortung, Respekt vor anderen und dem Leben in einer sozialen, freiheitlichen gesellschaft.

    im sinne dieses Menschenbildes legt die FDP/DVP Baden-Wrttem-berg nun ein gesamtkonzept fr Bildung vor.

    2. aLLGeMeine GrunDsTze LiBeraLer BiLDunGsPoLiTik

    1. allein in den vergangenen fnf Jahren wurden weltweit mehr Infor-mationen und Wissen produziert, als in den 5000 Jahren zuvor. Bildung

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    muss sich deshalb wandeln und der neuen Situation Rechnung tragen. Das bedeutet insbesondere, dass sich herkmmliche Bildungsmodelle fortentwickeln mssen.

    2. Die Grundlagen des Begriffes Bildung haben sich ebenso gewan-delt wie die ziele einer ausbildung. ein Gegensatz zwischen einer all-gemeinen Bildung und einer zweckgerichteten ausbildung besteht nach auffassung der FDP/DVP Baden-Wrttemberg deshalb nicht. Gemein-sam befhigen sie zu einem erfolgreichen Leben in der modernen ar-beitsteiligen gesellschaft.

    3. Die rasche Entwicklung des Weltwissens und der Welterfahrungen fhrt dazu, dass das einmal gelernte nicht fr ein ganzes Leben aus-reichen kann. Lebenslanges Lernen bedeutet: Weit mehr als in der Ver-gangenheit mssen wir deshalb im 21. Jahrhundert davon ausgehen, dass Menschen im Laufe ihres Lebens neues Wissen und neue Fhig-keiten erwerben mssen. Es ist deshalb keine scharfe Trennung mehr mglich zwischen aus-, Weiter- und Fortbildung alle drei sind integra-le Bestandteile des Bildungsbegriffes geworden.

    4. Die schaffung von grtmglicher chancengleichheit ist eine we-sentliche Herausforderung moderner gesellschaften: Jeder junge Mensch muss unabhngig von seinem kulturellen, sprachlichen und sozialen Hintergrund die Bildung erhalten, die seinen Fhigkeiten und seiner Leistungsbereitschaft entspricht.

    5. Bildungsmanahmen sind investitionen in die zukunft, die eine hohe Rendite erbringen. Die Folgekosten versumter Bildungsmanahmen sind viel hher als die kosten der Manahmen zum richtigen zeitpunkt. Deswegen gilt fr die FDP/DVP Baden-Wrttemberg: auch in zeiten knapper kassen und notwendiger haushaltskonsolidierung darf im Be-reich Bildung und Forschung nicht gekrzt werden. Vielmehr haben ge-rade wir Liberale durchgesetzt, dass die ber eine halbe Milliarde euro starke Bildungsoffensive in Baden-Wrttemberg gestartet wird. Darber hinaus ist es wichtig, dass die Entscheidung fr Bildungsinvestitionen

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    immer mehr vor ort in die kindergrten, schulen und hochschulen ver-lagert wird, statt in einer zentralen kultus- und Wissenschaftsbrokra-tie von oben herab angeordnet zu werden.

    6. Baden-Wrttemberg braucht einen neuen, offenen Bildungsdialog. eine bessere kommunikationskultur zwischen kultusbrokratie einer-seits und den Lehrkrften, Eltern und Schlern andererseits ist drin-gend erforderlich. Das Bildungsland Baden-Wrttemberg entwickelt sich nur dann, wenn ein hohes Ma an Gesprchsbereitschaft bei der kultusbrokratie besteht und diese auf ein vertrauensvolles Miteinan-der mit allen Beteiligten und auf mehr Eigenstndigkeit der Bildungsein-richtungen setzt.

    2.1. kinDer sTehen iM MiTTeLPunkT Der BiLDunGs-PoLiTik

    7. im zentrum liberaler Bildungspolitik steht das Wohl des kindes. Die individuelle Frderung jedes kindes muss das herzstck der Bildungs-politik in Baden-Wrttemberg sein.

    8. unsere kinder haben die bestmgliche Frderung verdient. hierbei sollen kinder mit all ihren sinnen angesprochen und gefrdert wer-den. unter anderem sollen sie kreativitt entfalten, Wissen erwerben, sozialverhalten und die Fhigkeit zur konfliktlsung erlernen und ihre sprachlichen Fhigkeiten entwickeln.

    9. Die Grundlagen fr die sptere entwicklung von kindern und Jugend-lichen werden in der kindheit gelegt. stabile Bindungen in den ersten Lebensjahren strken die Persnlichkeit des kindes. Die sichere Bin-dung zu spezifischen Bindungspersonen ist das beste Fundament fr eine gesunde motorische, kognitive und emotionale Entwicklung von kindern.

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    Bildungsland Baden-Wrttemberg

    2.2. eLTern unD BiLDunG

    10. Die FDP/DVP Baden-Wrttemberg anerkennt die herausragende Ver-antwortung der eltern fr Bildung. eltern zu werden, gehrt nicht mehr so selbstverstndlich zum Lebensentwurf wie frher. Elternschaft ist heute eine von vielen Optionen der Lebensplanung. zudem wirken sich gesell-schaftliche Vernderungen wie die Berufsttigkeit beider Elternteile, der zunehmende anteil von alleinerziehenden, die hohe Scheidungsrate und ein hoher anteil von Familien mit Migrationshintergrund direkt auf die er-ziehung aus. gleichzeitig hat sich der anspruch der gesellschaft an Er-ziehung und Partnerschaft deutlich erhht. eltern brauchen mehr denn je anerkennung und untersttzung ihrer erziehungsleistung.

    11. Die von grundgesetz und Landesverfassung geforderte und ge-schtzte gemeinsame Erziehungsverantwortung von Eltern und Schu-le kann nur in einer vertrauensvollen zusammenarbeit gelingen. Mehr Transparenz und Information besonders auch fr bildungsferne El-ternhuser oder, wo notwendig, eltern mit Migrationshintergrund so-wie neue Formen von Elternbeteiligung am schulischen Leben legen die grundlage fr eine gelingende Erziehungspartnerschaft zwischen Elternhaus und Schule.

    12. nach berzeugung der FDP/DVP Baden-Wrttemberg sind Bil-dun