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4 N o Die Stadt Zug im Fokus Dezember 2012 Plätze Das Flirtexperiment 23 Auf die Plätze 4 Mit Platzangst in Zug 6

Stadtmagazin N°4

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Ausgabe 4/2012: Auf die Plätze, fertig los! Sie kommen nach Zug, um zu arbeiten, zu spielen oder um zu flirten. Sie tun das am Arbeitsplatz, auf dem Spielplatz, dem Lieblingsplatz oder gar an ihrem Stammplatz. Es gibt hier aber auch Menschen, denen Platz Angst macht.

Text of Stadtmagazin N°4

  • 4No

    Die Stadt Zug im FokusDezember 2012 Pltze

    Das Flirtexperiment 23

    Auf die Pltze 4

    Mit Platzangst in Zug 6

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    :LUUXQG6WGWHUVXFKHQ DEVRIRUWFDTP2 Lebensraum LQ=XJ Unverbaute Sicht auf See und Berge Aufgestellte Nachbarschaft zum Partyfeiern5XKLJHXQG]HQWUDOH/DJH *URVV]JLJHU*DUWHQVLW]SODW] Seeanstoss mit Pedalo- und Bootanlegestelle von Vorteil

    :LUELHWHQYLHOH,GHHQIUNUHDWLYHQ)UHLUDXP0HKUGDYRQDXI6HLWH6HULVH$QJHERWHELWWHPHOGHQXQWHU&KLIIUHRGHUEHL0LFKDHOD(LFKHU/HLWHULQ.RPPXQLNDWLRQ6WDGW=XJ 'HQZDKUHQ3ODW]KLUVFKILQGHQ6LHDXI6HLWH

    EDITORIAL

    Dezember 2012Stadtmagazin Nr. 4Seite 2

  • Stadtmagazin Nr. 4 Dezember 2012Seite 3

    Wenig Platz, viel Angst 6Der Bahnhof, das Metalli, der Bus. Da denkt Fabian an Flucht. Wir begleiten ihn durch Zug.

    Wo unsere Freirume sind 15Der entliche Raum bedeutet fr jeden etwas anderes. Darum hat die Stadt nachgefragt, was die Zugerinnen und Zuger wo wollen.

    Arbeiten, wo andere ruhen 20Strucher stutzen, Rasen mhen, Grber schaufeln. Warum der Friedhof auch ein Arbeitsplatz ist.

    Das Wohnzimmer von Zug 25Hier wird gewohnt, gegessen und gefestet: Der Landsgemeinde-platz vereint das Leben in Zug wie kein anderer. Ein Portrt ber den Platzhirsch der Zuger Pltze.

    4 Mein Stammplatz

    10 Platznot

    14 Bitte, das ist keine Uniform!

    18 Erregung ffentlicher Freude

    22 Kolumne / Neulich in Zug

    23 Schwarz, ohne Zucker

    28 Das ist Greth Schell

    29 Blick von aussen / Buchtipp

    30 10 Lieblingspltze / Fotowettbewerb

    31 Kurzmeldungen

    32 Stadttratschspalte / Veranstaltungen

    36 Kinderseiten

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    Titelbild : Stefan Kaiser

    IMPRESSUM

    Herausgeberin Stadt Zug, Stadthaus am Kolinplatz,6300 ZugPeriodizittviermal pro Jahr$XDJH20 000Redaktion Michaela Eicher (Redaktionsleitung), Maria Aeberhard, Marcel Beerle, Lucia Bolli, Arthur Cantieni, Peter Glanzmann, Daniel Christen, Emmi Gschwind, Manuel Gbeli, Karin Saturnino, Regula Kaiser (Gastredak-torin)Telefon 041 728 21 82

    [email protected] Albertini (Projektleiter Stdtebau), Yvonne Anliker (Journalis-tin), Ueli Berger (Kolumnist), Lucia Bolli (Praktikantin Kommunikation), Michaela Eicher (Leiterin Kommuni-kation), Jacqueline Falk (Kulturbeauf-tragte), Walter Fassbind (Stadtkologe), Daniel Gaberell (Herausgeber.ch), Ursi Gasser (Zuger Kantonaler Frauen-bund), Sibylle Gerber (Kulturkoordi-nation Gewrzmhle), Thomas Gretener (Kommuni kationsbeauftragter), Severin Heiner (Schler), Falco Meyer (Journa-list), Ernst Moos (Chrpfelimeemeister, Schneiderzunft), Michael van Orsouw (Autor), Helen Schlssel (Journalistin), Catherine Schopfer (Prsidentin Inter-

    national Womens Club), Judith Stadlin (Autorin), Andre Stssel (Journalistin)FotografenMatthias Bnzli, Michaela Eicher, Stefan Kaiser, Susanne Stauss, Alexandra WeyKorrektoratMirjam Weiss, Zug.UHDWLRQ*UDNXQG3URGXNWLRQChristen Visuelle Gestaltung, Zug Daniel Christen, Andrea Npin, Susanne Egli, Silvio Ketterer, Flavio HeggliDruckKalt-Zehnder-Druck AG, ZugPapierPlanoSpeed, Offset hochweissKlimaneutral gedruckt auf FSC-zerti-ziertem Papier

    INHALT

  • Stadtmagazin Nr. 4 Dezember 2012Seite 4

    Wir sind beste Freundinnen und jede freie Minute auf dem Ritiseili. Das macht mega Spass. Wir machen hier ganz viele lustige Sa-chen: Ineinanderputschen, Grimassenschnei-den oder hoch hinausschwingen und dann runterhpfen.

    Arzije Rexhepi, links (9), und Olivia Schmid (9), Kindertreff SPE Guthirt, Zug

    www.stadtzug.ch/kindertreffguthirt

    Mein StammplatzText und Fotos Michaela Eicher

    Die Freizeitanlage Loreto ist fr mich eine Insel. Voller positiver Energie. Hier bin ich in meiner Welt und kann vom Alltag abschalten. Mit dem Ton habe ich meinen kreativen Aus-druck gefunden.

    Claudia Wicki (44), Hnenberg

    www.ggz.ch/loreto Seit der ersten Vorstellung vor 44 Jahren sind wir regelmssige Besucher des Burg-bachkellers. Mit der Saisonkarte haben wir in der vordersten Reihe die Pltze 3 und 4 reserviert. Sobald das Programm ins Haus flattert, tragen wir die Veranstaltungen in die Agenda ein. Es hat immer wieder neue Sachen zu entdecken. Das Programm ist ein-zigartig und vielfltig: Schauspiel, Cabaret, Konzerte, Lesungen und vieles mehr.

    Erika und Pirmin Schallberger (65 und 68), Cham

    www.burgbachkeller.ch

  • Stadtmagazin Nr. 4 Dezember 2012Seite 5

    Zwei- bis dreimal pro Woche sitze ich auf dem Velosattel. Als Kurier bin ich in der gan-zen Stadt Zug und Umgebung unterwegs und lerne dadurch immer wieder neue Plt-ze und Wege kennen. Das Velo ist das ideale Fortbewegungsmittel, es ist gut fr die Kon-dition, in der Stadt schneller als ein Auto, kostet nicht viel und schont die Umwelt.

    Philippe Boesch (24), Student und Velokurier

    Mein Platz ist hinter dem Schlagzeug. Ich bin jede Woche hier fr die Proben der Kadet-tenmusik Zug. Wir stellen das Schlagzeug kurz vor der Probe auf und verrumen es nachher wieder. Im Moment ben wir fr das Jugendmusikfest im Juni 2013. Darauf freue ich mich sehr.

    Joshua Weiss (16), Kantischler, Zug

    www.jugendmusikfest.chEs ist ein fantastischer Platz. Hier gibts Sonnenuntergnge, Ambiente und gutes P-tanque. Immer am Dienstag und Freitag ab 17.30 Uhr treffen wir uns zum offenen Spiel. Wir bleiben, bis entweder die Finger kalt sind oder wir nichts mehr sehen.

    Andr Durrer (57), Zug

  • Stadtmagazin Nr. 4 Dezember 2012Seite 6

    Jetzt fngt es an, sagt Fabian (Name gen-dert) und lacht, um die Nervositt zu ber-spielen, um auf der normalen Ebene zu blei-ben, das ist wichtig. Jetzt fangen die Men schen an, vor meinen Augen zu ver-schwimmen, ich muss jeden einzeln anschau-en. Wir stehen auf dem Bahnhofplatz in Zug, auf der schiefen Ebene beim Brunnen. Gera-de kommen aus verschiedenen Ecken meh-rere Menschengruppen auf den Platz. Einige laufen in unsere Richtung, zu viel fr Fabi-an, der jetzt hin und her schaut. Und dann geht der Platz auch noch nach unten, das verstrkt alles. Jetzt muss ich kurz warten, gleich sind es wieder weniger Leute, sagt er, als knne er eine bevorstehende Ansamm-lung von Menschen spren wie alte Men-schen das Wetter. Und entspannt sich sicht-lich, als die Schiebetr zugeht und die Bahnhofshalle einen grossen Happen der Menschenmenge verschluckt.

    Die Panikattacke ist, als ob du sterben msstest.Fabian ist 25 Jahre alt und leidet unter Agora-phobie, einer schweren Angststrung. Er hat Angst, nicht mehr flchten zu knnen, sich nicht aus einer Situation hinausbewegen zu knnen. Er hat Angst, wenn Menschenmas-sen auf grossen Pltzen ihn zu umfassen drohen, hat Angst, im Auto in einen Stau zu geraten. Oder in ein enges Parkhaus zu fah-ren. Er hat Angst, in der Migros in der hin-tersten Ecke zu stehen und es nicht schnell genug zur Kasse zu schaffen, hat auch schon volle Einkaufskrbe stehen lassen und ist geflchtet. Gerade am Mittag, wenn die Kantischler kommen, dann ist es besonders schlimm. Fabian hat Angst, und was fr eine; die Angst davor, in einer Situation in Panik zu geraten. Die Panikattacke ist, als

    ob du sterben msstest. Du sprst jede ein-zelne Pore auf deiner Haut, es wird dir heiss und schwindlig, du schwitzt und willst nur noch raus, aber du kannst nicht, es ist das Schlimmste. Sagt er und denkt weiter dar-ber nach, wie es ist, aber kann sich schon fast nicht mehr daran erinnern. Fabian lacht erleichtert und erklrt: Die letzte Panik-attacke ist schon ein paar Monate her. Seit-dem gehe ich in Therapie, und so gut wie jetzt, ist es mir schon lange nicht mehr ge-gangen.

    Ausgerechnet ein Job als DJDass er hier und heute mit uns durch die Stadt spaziert, das wre vor der Therapie nicht mglich gewesen. Fabian sagt ber-zeugt: Ich fange an, mir wieder mehr zuzu-trauen. Man darf sich nicht einschrnken lassen, man muss sich berwinden rauszu-gehen. Das ist das Schwierigste. Wer ihm begegnet, sieht ihm nicht an, was los ist, nicht mal, wenn es gerade schlimm ist. Fabi-an ist entspannt, jung, offen, arbeitet als

    Discjockey (DJ) in verschiedenen Clubs. Die Wintersaison verbringt er in Arosa als Resi-dential-DJ, legt fr Wintersportler im Aus-gang Hip-Hop auf und Elektro. Und fhlt sich wohl dabei. Nur dauert die Fahrt nach Arosa fr ihn vier Stunden statt eineinhalb; alles auf der Landstrasse, weil er Angst hat

    Der Bahnhof, das Metalli, der Bus. Da denkt Fabian an Flucht. Wir begleiten ihn durch Zug. Text Falco Meyer, Fotos Matthias Bnzli

    Wenig Platz, viel Angst

    vor der Autobahn. Zumindest war es so, vor der Therapie. Mittlerweile traut er sich, hat sogar die Fahrprfung gemacht. Mit 25 habe ichs endlich auch noch geschafft, sagt er und lacht. Und dann ausgerechnet ein Job als DJ: Wie soll das gehen, so viele Leute im Club, und er ganz vorne dabei ? Das hat mich schon immer fasziniert, seit ich zwlf bin, schon vor der Angst. Hinter dem DJ-Pult fhlt er sich sicher, steckt nicht mitten zwischen den Leuten, sondern steht ausser-halb. Ich geniesse es sogar, wenn es viele Leute hat. Und wenn ich raus mchte, muss ich nicht durch den Club, ich kann immer hinten raus. Das geht. Zugfahren geht nicht. Seit vier Jahren nicht mehr, sagt er. Das wrde ich eigentlich auch gerne wieder mal probieren. In Zug, wo er mit seiner Freun-din wohnt, ist er per Vespa unterwegs, Bus-fahren liegt nicht drin. Und trotzdem: Zug ist die angenehmste Stadt, die es fr mich gibt, sagt er, hier fhle ich mich wohl: Die Huser sind nicht zu hoch, die Strassen sind breit, die Pltze offen. Man kann berall in

    die Ferne sehen, es gibt keine engen Schluchten, sagt er und ergnzt lachend, zumindest noch nicht. Viel besser also, so Fabian, als zum Beispiel in Zrich: Wenn ich meine Grossmutter im Kreis vier besu-che, dann geht es mir nachher einen Tag lang nicht mehr gut. Obwohl, er mache

    Zug ist die angenehmste Stadt, die es fr mich gibt: Die Huser sind nicht zu hoch, die Strassen sind breit, die Pltze oen.

  • Angst vor der Panik: Fabian leidet unter der Angst, nicht flchten zu knnen.

  • Stadtmagazin Nr. 4 Dezember 2012Seite 8

    Fortschritte, lerne Beruhigungsmethoden, bewusstes Atmen: Ich lege meine Hand auf den Bauch und atme tief durch. Das ntzt. Und Psychopharmaka, leider. Aber trotzdem: Die Therapie ist das Beste, das ich machen konnte. Jetzt wird es endlich wieder besser.

    Es ist immer daSogar im Metalli, wo wir auf unserem Stadt-rundgang mittlerweile fr einen Kaffee ge-landet sind, sogar mitten in der Einkaufs-passage hlt er es gut aus. Klar, es ist immer da. Ich muss immer rundherumschauen, um schnell zu sehen, wenn viele Leute kommen, wo ich hinauskann und so weiter. Wenn Samstag ist und die Halle voll, sagt er und lacht wieder, dann finde ich es nicht mehr so toll. Dann muss er schnell durch die Leu-te durch, vielleicht am Rand entlang, er macht es vor und rast mit schnellen Schrit-ten durch die Neustadtpassage. Und meine Freundin fragt dann, wieso hast du es so ei-lig. Aber Fabian muss einfach nur schnell alles Ntige erledigen, damit er wieder raus-kann, und nach Hause. Mich hinlegen, zum Ausruhen. Es macht ihn mde, in der Stadt unterwegs zu sein, die Tabletten machen ebenfalls mde. Wenigstens nehme ich nur eine halbe, eine Kollegin hat dieselbe Angst wie ich, sie nimmt tglich zwei. Und traut sich manchmal trotzdem nicht mehr aus der Wohnung. Fabian traut sich wieder. Er ver-bringt den Sommer in Zug, geht an den See, legt sich aber nicht auf die Rssliwiese, und schon gar nicht ins Seeliken. Viel zu viele Leute. Und schwimmen gehe ich eh nicht,

    hchstens so weit, dass ich noch stehen kann. Die Angst ist dieselbe: Ich komme nicht mehr raus.

    Nchstes Ziel: Hockey-MatchWir laufen jetzt durch die Bahnhofstrasse, vorbei an Schuhgeschften und Cafs. Vor der Therapie htte ich das nicht gekonnt, sagt er und deutet auf die grossen Auslagen und grellen Schaufensterbeleuchtungen. Die ganze Bahnhofstrasse entlang htte ihn der Gedanke beherrscht, dass er so weit auf der-selben Strasse wird zurcklaufen mssen, um wieder aus der Situation hinauszukom-men. Vorbei an all den Lden und Menschen. Wie soll ich dir das erklren, sagt er und denkt nach, es ist wie damals, als ich mit meiner Freundin nach sterreich in die Feri-en fahren wollte. In der letzten Nacht vor der Abreise bekam ich Angst. Was sollte ich machen, wenn ich im Auto nach der Grenze Panik bekommen wrde ? Klar, ich knnte aussteigen, aber wie kme ich nach Hause ? Zugfahren geht nicht, ich msste wieder ins Auto. Gefangen auf dem Weg. Und das in Gedanken schon auf der Lnge der Bahnhof-strasse. Es ist alles nur im Kopf, sagt er, und man merkt ihm an, wie steinhart dieses nur ist, wie viel Willenskraft es braucht, um sich davon zu lsen. Mittlerweile sind wir am Landsgemeindeplatz angekommen, gehen ber Kopfsteinpflaster, tauchen in die Altstadt ein. Fabian sagt: Solche Pltze fin-de ich sehr angenehm; schn und weit. Ich habe es sogar geschafft, ans Seenachtsfest zu kommen. Das hat Spass gemacht. Und

    HILFE BEI ANGSTSTRUNGIn Zug gibt es einige Anlaufstellen fr Men-schen mit einer Angststrung oder anderen psychischen Problemen:

    Umfassende Information ber das Ange bot an psychologischer Beratung und Hilfe ndet sich auf www.psychische-gesund heit-zug.ch, die Website ist von der Zuger Ge sundheits-direktion in Zusammenarbeit mit weiteren Zuger Institutionen erarbeitet worden.

    Die ambulanten Psychiatrischen Dienste an der Rathausstrasse 1 in Baar bieten psychia-trische und psychotherapeutische Abklrun-gen und Behandlung an: 041 723 66 00.

    e-zett das fachzentrum bietet auf seiner Website Informationen ber Selbsthilfe-gruppen in Zug: www.e-zett.ch

    Auf der Website der Assoziierten Zuger Psychotherapeutinnen und Therapeuten n-den sich weitere Informationen und eine Liste mit Therapeuten in Zug: www.psycho-therapie-zug.ch

    Die Psychiatrische Klinik Zugersee bietet ebenfalls Beratung, Abklrungen und Behandlung psychischer Strungen an. Info unter www.pkzs.ch

    Besonders schlimm ists auf grossen Pltzen: Er sprt bevorstehende Menschenansammlungen wie alte Leute das Wetter.

    das nchste Ziel steht fest: Ich will in die Bossard-Arena, an einen Hockey-Match. Letztes Mal habe er sich nicht getraut, das Anstehen in der Schlange, der grosse Platz voller Menschen. Meine Kollegen haben ge-fragt, warum kommst du nicht, sagt er und lacht, und ich habe geantwortet: Ihr wisst ja wieso. Ich habe Angst. Das knnen sie nicht nachvollziehen und vergessen es auch immer wieder. Sogar seine Freundin knne es manchmal nicht begreifen. Es ist aber auch schwierig, sagt Fabian und ergnzt: Und sie muss wirklich viel aushalten mit mir. Fabian lacht jetzt wieder, er lacht viel. Lachen ist offenbar eine Alternative. Ich knnte mich stattdessen auch jetzt gerade in die Angst hineinsteigern. Sagt er. Sie ist immer da. Mein Therapeut hat gesagt, es ist wie eine Platte, die im Kopf luft. Und jetzt wird es endlich Zeit, die Platte zu wechseln.

  • Stadtmagazin Nr. 4 Dezember 2012Seite 9

    Herr Linggi, inwiefern unterscheiden sich moderne Parkhu-ser wie das Parkhaus Frauensteinmatt von alten Parkhusern wie das Parkhaus Altstadt Casino ?

    Der grosse Sprung hat mit den neuen Normen von 2007 eingesetzt, welche diejenigen von 1982 abgelst haben: Man schafft heute grssere Parkflchen und breitere Fahr-bahnen als frher, um einerseits den immer grsseren Autos Rechnung zu tragen, andererseits um fr mehr Kom-fort beim Einparken zu sorgen. Die grssten Neuerungen betreffen aber den Bereich subjektive und objektive Sicherheit. Moderne Parkhuser sind viel heller als frher, es gibt keine dunklen Ecken mehr. Wir sprechen hier von grossen Lumen-Zahlen: Es ist fast taghell im Parkhaus. Verglichen mit den dunklen Hhlen von frher ist das ein Meilenstein.

    Ist das Bedrfnis der Bevlkerung nach Sicherheit in Parkhu-sern gewachsen, oder bercksichtigt man es bloss strker ?

    Ich denke, beides ist der Fall. Die Normen fr Parkhuser sind eine lebendige Sache, sie passen sich regelmssig den vernderten Bedrfnissen der Gesellschaft an. Frher

    haben dunkle und enge Parkhuser gengt, heute mchte man etwas anderes. Grundstzlich sind die Parkhuser bersichtlicher und frs persnliche Gefhl sicherer geworden. Das neue Parkhaus Altstadt Casino etwa unter-scheidet sich offensichtlich stark vom alten: Es ist alles deutlich heller und besser signalisiert.

    Nimmt man beim Parkhausbau auch vermehrt Rcksicht auf Einzelbedrfnisse ?

    Parkhuser werden heute auf jeden Fall behindertenge-recht gebaut. Man platziert Behindertenparkpltze so nahe wie mglich beim Eingang. Es gibt auch mehr Frauen-parkpltze, ebenfalls nahe bei den Ausgngen, weil man mchte, dass sich Frauen in den heutigen Parkhusern wohler fhlen.

    Wird sich dieser Fokus auf die subjektive Sicherheit im Park-hausbau in Zukunft noch weiter verstrken ?

    Das bleibt ein Thema, auch knftig. Es ist wie beim Schul-weg: Frher gingen die Kinder zu Fuss zur Schule. Wegen hheren Verkehrsaufkommens, aber auch aufgrund des grsseren Sicherheitsbedrfnisses kommen heute hufig die berhmten Mama-Taxis zum Einsatz. In einer zuneh-mend individualisierten Gesellschaft achtet man strker auf die subjektive Sicherheit.

    Interview Falco Meyer, Foto Matthias Bnzli

    Das Wohlfhlparkhaus

    Leitete die Sanierung des Parkhauses Altstadt Casino: Karl Linggi, Leiter Tiefbau der Stadt Zug.

  • Stadtmagazin Nr. 4 Dezember 2012Seite 10

    PlatznotFotoreportage Stefan Kaiser

    Kunsthaus Zug

  • Stadtmagazin Nr. 4 Dezember 2012Seite 11

    Burg Zug

  • Stadtmagazin Nr. 4 Dezember 2012Seite 12

    Abfallknigin: Die Zuger Knstlerin Bernadett Madrin.Museum fr Urgeschichte(n)

  • Achtung Gsel: An einem Wochenende im Juni blieb der Abfall liegen. Die Stadt machte so auf die Litteringproblematik aufmerksam.

  • Stadtmagazin Nr. 4 Dezember 2012Seite 14

    An seinem Platz sitzt er fast nie. Er wuselt von hier nach da, sammelt Papiere ein mit den Voten der Politiker, kopiert und schenkt in den Pausen den Kaffee aus. Michael Duvaud ist Zuger Stadtweibel und an jeder Sitzung des Grossen Gemeinderates (GGR) dabei.

    Seit 25 Jahren sitzen Sie whrend der Sitzungen des Grossen Gemeinderates am gleichen Platz. In der hintersten Reihe, direkt neben der Tr. Sind Sie ein Hinterbnkler ?

    Ganz im Gegenteil. Noch hufiger bin ich ganz vorne zu finden. Ich habe das Privileg, immer und jederzeit die Prsidentenbank aufsuchen zu knnen.

    Wir beobachten Sie whrend der Ratssitzung: Sie sammeln die schriftlich abgefassten Voten der Ratsmitglieder ein, kopieren und hndigen sie der Protokollfhrerin und der Presse aus. Der gute Geist im Parlamentsbetrieb. Was machen Sie sonst noch ?

    Seit dem Attentat auf den Kantonsrat im Jahre 2001 schenken wir der Sicherheit besondere Beachtung. Ich bin dafr verantwortlich, dass bei jeder Sitzung Securitas-Mitarbeitende anwesend sind. Ich sorge aber auch dafr, dass die Mitglieder des Grossen Gemeinderates whrend langen Sitzungen ausreichend verpflegt werden.

    Die Sitzungen des GGR sind ffentlich. Kam es schon zu Strungen ?

    Schade, dass nur wenige Personen die Sitzungen besuchen. Zu einer ernsthaften Strung ist es zum Glck noch nie gekommen. Bei emotional geladenen Geschften kommen zuweilen ganze Gruppen. Ich erteile dann klare Anord-nungen, wie sich die Leute zu verhalten haben. Als ehema-liger Polizist gelingt es mir, bei den Menschen Respekt zu verschaffen.

    Hat sich die Stimmung im Ratsbetrieb whrend Ihrer Ttigkeit verndert ?

    Frher verliefen Sitzungen ruhiger. Heute wird vermehrt auf die Frau oder den Mann gezielt. Nicht die Partei, sondern die Person wird attackiert.

    Wenn es besonders festlich wird, sieht man Sie in einer spezi-ellen Uniform

    Bitte, das ist keine Uniform! Es handelt sich um das Ornat, meine festliche Amtstracht. Sie besteht aus dem Mantel, dem Hut und dem Stab, dessen silbrigen Knauf der Erz-engel Michael, unser Stadtpatron, schmckt. Ich trage das Ornat bei offiziellen Empfngen, bei der Einsetzung des Parlaments, aber auch bei Beerdigungen.

    Die Arbeit als Stadtweibel ist keine Vollzeitstelle. Welches sind Ihre anderen Ttigkeiten bei der Stadtverwaltung ?

    Ich leite das Druck- und Reprocenter, die Bromaterial-Ausgabestelle, organisiere den Postdienst und bin als amt-liche Person bei Wohnungsrumungen fr das Protokoll zustndig.

    Und wann rumen Sie Ihren Platz ?Voraussichtlich im Februar 2014, wenn ich in Pension gehe.

    Interview Thomas Gretener, Foto Michaela Eicher

    Bitte, das ist keine Uniform!

    An jeder Sitzung dabei: Der Zuger Stadtweibel Michael Duvaud, hier in seiner Amtstracht, dem Ornat.

  • Stadtmagazin Nr. 4 Dezember 2012Seite 15

    Der entliche Raum bedeutet fr jeden etwas anderes. Darum hat die Stadt nachgefragt, was die Zugerinnen und Zuger wo wollen. Text Lucia Bolli, Foto Michaela Eicher

    Wo unsere Freirume sind

    Platz wird in Zug immer knapper. Im Projekt freiraum-zug will die Stadtentwicklung zu-sammen mit der Bevlkerung herausfinden, wie die Freirume knftig genutzt werden sollen. Was wo stattnden soll, ist die grosse Frage. Raum fr Diskussionen gabs an den Mitwirkungsveranstaltungen, aber auch im Internet und auf Facebook. Das Fazit nach zwei Diskussionsabenden: Zug soll gleichzei-tig Ruheoase und belebte Stadt sein.

    Unterhaltungs-Piers auf dem See ? Schiess-anlage in den Untergrund verbannen ? Eine mobile Sauna aufstellen ? Am zweiten Work-

    shop von freiraum-zug mangelte es nicht an Ideen. Die 80 Teilnehmenden verlagerten, belebten, entlasteten und bewahrten Orte in der Stadt Zug. Ob die Chilbi am Seeufer am richtigen Ort sei ? Das Stierenmarktareal eig-ne sich besser als Standort, whrend der Chilbizeit sei am Seeufer kein Durchkommen mehr, meinten einige. Die Stadt Zug ist zu wenig belebt, war zu hren. Die Altstadt lo-cke nur whrend der Jazz Night Einheimi-sche an, in der restlichen Zeit seien es vor allem Touristen, die den Weg zum Zytturm finden. Die Altstadt soll tagsber anziehen, der Theilerplatz in der Nacht: Das alte L&G-

    Areal soll Platz bieten fr Clubs und Bars. Ein paar Strassencafs in der Altstadt, vor allem aber am See wrden der Stadt guttun. Und in einem waren sich alle einig: Der See, der sei halt schon das Schnste an Zug. Zum Glck wird er auch in Zukunft nicht verbaut. Ob-wohl einige dies aufgrund der Baugerste in der Katastrophenbucht einer Installation von Lost in Tugium befrchteten.

    Fhrte zu Diskussionen ber den ffentlichen Raum: Die Kunstinstallation Linvisible von Samuel Haettenschweiler.

  • Seite 16

    Ein Citybeach beim Brggli als Chillout- Zone und Partyort wre super. Jede Stadt mit See hat einen, nur Zug nicht. Beim Arena-platz steht eine riesige Flche einfach leer. In Italien oder Spanien wren solche Pltze voll belebt. Dominik Regg

    Ich habe bei der Datenerhebung mitgeholfen: Wie viele Leute halten sich auf den einzelnen Pltzen auf, was machen sie da und wie lange ? Erstaunlich fand ich, dass sich im Guggiwald nur wenige Leute aufhalten, die Rssliwiese aber immer belebt ist, selbst am Sonntag halten sich dort die Jugend -lichen auf. Fr die Stadt Zug wnsche ich mir mehr Kunst im ent lichen Raum und mehr Oenheit der Erwach senen gegenber den Jugendlichen, und um gekehrt. Delna Ledermann

    Was passiert in den neuen Aussenquartieren Zug Sd, Roost und Gimenen ? Man knnte dort mobile Angebote aufstellen: mal mit einer kleinen Bibliothek, mal mit Kunst. So wrden diese Ge biete belebt. Brigitte Moser

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    Der schnste Platz in Zug ist der See. Dort passiert aber wenig. Mir schwebt ein Kunst krper vor, hnlich der Expo 02 in Murten oder ein Pier im besten Fall mit Cafs, Ausstel-lungsrumen, einem Theater, einer Musik-bhne Rainer Riek

    Dezember 2012Stadtmagazin Nr. 4

  • Stadtmagazin Nr. 4 Dezember 2012Seite 17

    DISKUTIEREN SIE MITEine Frage ist noch oen: WIE ? Am 10. Dezem-ber 2012 prsentiert die Projektgruppe ein Nutzungskonzept und eine Charta fr den entlichen Raum. Das Ergebnis diskutieren und kommentieren die Teilnehmenden im dritten Workshop. Nach der Veranstaltung wird das Konzept den Interessengruppen zur Vernehmlassung gegeben und dem Stadt - rat zur Kenntnis gebracht. Nutzen Sie die Chance und reden Sie mit.

    Sagen Sie Ihre Meinung in einer Online-Um-frage auf www.freiraum-zug.ch. Mit dem Ver anstaltungsspiel knnen Aktivitten und Ruhezonen in der Stadt Zug beliebig ver-schoben, gewichtet oder einfach belassen werden.

    HINWEISwww.freiraum-zug.chwww.facebook.com/freiraumzug

    In Zug ist vieles sehr gut und braucht keine Ver nderung. Als Musiker wnsche ich mir aber mehr gute, entliche Konzerte, wie am 1. August. Diese mssen aber nicht unbedingt am Lands-gemeindeplatz stattnden. Zug soll etwas bieten fr seine Einwohner; nicht nur Musik, auch Theater und Darbietungen jeder Art. Fritz Spillmann

    Ich nde die Altstadt berhaupt nicht ausgestorben. Verschiedenste Leute tragen mit ihrer Eigeninitiative dazu bei, dass dieser Stadtteil auf eine be sondere Art belebt wird. Die Altstadt hat eine andere Qualitt als die Neustadt. Der Stadttunnel wiederum bietet ganz neue, sehr interessante Perspektiven. Max Iten

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    AUS DER ONLINE-WUNSCHSAMMLUNGIch wnsche mir, auf unseren ffentlichen Pltzen, Parks und Anlagen

    weiterhin einen guten Mix zwischen Erholung und Action. (32, w)

    mglichst viel Grn, das wchst, blht, wuchert, zwischen all dem Beton, der im Moment berall aus dem Boden schiesst. (40, m)

    Unterhaltung fr Jung und Alt. Kein Littering, keine Gewalt! (40, w)

    Leben, Lieben, Lachen. (37, w) dass diskutiert, gefeiert, ausgeruht, den

    Son nen untergang genossen, Hndchen gehalten, gelesen, ganz einfach gelebt wird. (32, w)

    dass das Dorf in der Stadt erhalten bleibt und die Kultur gefrdert wird. (56, m)

    Begegnungen mit interessanten Menschen. (46, m)

    mehr individuelle spontane Ttigkeiten, ohne Bewilligungspflicht wie Essen verkaufen, Musik, Theater usw. Wer Ruhe will, soll nicht in der Altstadt wohnen. (52, w)

    viele unterschiedliche Events fr unter-schiedliche Bevlkerungsgruppen und Interessen. Gleichzeitig sollen aber auch definierte Ruhe-Rume erhalten bleiben. Das macht den Reiz der Stadt Zug aus! (52)

    dass es mal ruhig, mal laut zugeht. (62, m) mehr kulturellen Austausch und Leben-

    digkeit. (33, m)

    Legende: Alter, w: weiblich, m: mnnlich

  • Stadtmagazin Nr. 4 Dezember 2012Seite 18

    Erregung ffentlicher FreudeFr einen Monat herrschte in Zug kultureller Ausnahmezustand. Nur wenige Kunstwerke des Kunstparcours Lost in Tugium bleiben der Stadt erhalten. Text Jacqueline Falk, Fotos Michaela Eicher

    Billboard als Zeichen der Grossstadt: Die Knstlergruppierung ckolektif.ch fragt nach unserer Heimat in einer ortsungebundenen Welt.

    Erholungsort am See, Wirtschaftsstandort, gemchliche Altstadt oder pulsierende Neu-stadt: 23 Zuger Kunstschaffende beschftig-ten sich mit den verschiedenen Facetten, dem Zusammenleben, den Wnschen und Trumen in Zug. Vom 20. September bis 20. Ok tober 2012 waren ihre Eindrcke in Installationen, Videos und Performances ber die ganze Stadt verteilt als Kunstpar-cours zu sehen.

    Die Kunstinteressierten kamen in Scharen. ber 500 Personen, darunter einige Schul-klassen, nahmen an den ffentlichen Fh-rungen teil und beschftigten sich mit Fragen zur Kunst und dem Leben im ffentlichen Raum: Welche Bedeutung hat der See in meinem Alltag ? Wie stehe ich dem Bauboom gegenber ? Wird der ffentliche Raum per-snlich, wenn man ihn ksst ? Wo liegt mein Eldorado ? Wo kann ich in Zug nach Erdl graben ? Welche Gebude finde ich hsslich und gehren ausradiert ? Der Kunstparcours war nur temporr, die einzelnen Werke auf Vergnglichkeit ausgelegt. Manchmal vern-derten sie sich schon whrend der Ausstel-lungszeit. So etwa die immer abgewetzteren Eldorado-Plakate von Vreni Spieser. Drei Kunstwerke bleiben Zug erhalten: Die Nase von Luca Degunda wird dem Haus Zentrum ein Gesicht geben. Die Stadt Zug hat zudem das Herz von Markus Uhr und das Billboard von ckolektif.ch gekauft.

    www.lostintugium.chwww.facebook.com/KulturabteilungStadt-Zug

  • Stadtmagazin Nr. 4 Dezember 2012Seite 19

    Wo ist das Eldorado ? Die Plakate von Vreni Spieser entwickelten whrend der Ausstellung ein Eigenleben.

    Kunst im asiatischen Lebensmittelladen: Videoproduktion von Antshi von Moos, die sechs Monate in Indien verbrachte.

    Die gestohlene Nase der Sphinx ? Luca Degunda hauchte dem Pulverturm Leben ein.

  • Stadtmagazin Nr. 4 Dezember 2012Seite 20

    Abgesehen von den Toten, die hier in St. Mi-chael zu Hunderten liegen, ist der Friedhof menschenleer. Es wird am Wetter liegen; es regnet in Strmen. Wie durch einen trans-parenten Vorhang ist die sonst so herrliche Aussicht auf die Stadt Zug und den See ge-trbt. Wenn es schn ist, sagt Werner Frei-mann, dann kommen manchmal Geschfts-leute mit ihren Handys ber Mittag aus der Stadt herauf, um die Ruhe zu geniessen. Werner Freimann (52) arbeitet seit ber 15 Jahren auf dem Friedhof. Frher htte man gesagt, als Totengrber. Heute sagt man Friedhofmitarbeiter. Werner Freimann be-reitet Bestattungen vor, hebt Grber aus, mit dem Bagger oder von Hand, sorgt dafr, dass die Anlage sauber ist, der Rasen gemht, die Strucher geschnitten, die Wege sauber und im Winter begehbar. Unterhaltsarbeiten an Maschinen, Kleingerten, Lftung und Elek-tronik gehren ebenso zum Pflichtenheft wie die anfallende Schreibarbeit.

    90 Meter ber SeeWerner Freimann liebt den Friedhof. Mir gefllt die ganze Anlage irrsinnig gut. Auch bei Nebel und Schnee sei es wunderbar hier, auf 90 Metern ber See. Er weiss, wer wo begraben ist, kennt die Prominenz in den Grabesreihen: Schauspieler Walo Lnd zum Beispiel, EVZ-Legende Heinz Jenni oder alt Bundesrat Hrlimann. Seine Arbeit mag der gelernte Metzger, weil er so oft draussen ist, wegen der Abwechslung und wegen der Leu-te. Aber auch die geregelten Arbeitszeiten von Montag bis Freitag waren fr den Fami-lienvater ein Grund, sich auf die Stelle der Stadt Zug zu bewerben. An die 190 Bestat-tungen finden jhrlich in St. Michael statt. Manchmal haben wir mehrere pro Tag, sagt Werner Freimann. Dann mssen er und sei-

    ne zwei Mitarbeiter alles ganz genau koordi-nieren. Whrend die Menschen frher im Sarg bestattet wurden, werden heute meist Kremationen gewnscht. Eingeschert wer-den die Toten in Seewen SZ. Im Friedhofsge-bude werden die Verstorbenen gekhlt und aufgebahrt. Von einem langen, steril wir-kenden Gang aus fhren mehrere Tren zu den Aufbahrungsrumen. Durch eine Art Schublade knnen die Verstorbenen in diese Rume geschoben werden. Die Szene erin-nert irgendwie an ein Sanatorium aus einem Gruselfilm. Fehlt nur noch, dass die Lampen anfangen zu flackern. Den Eindruck kann Werner Freimann allerdings gar nicht nach-vollziehen: Wie im Gruselfilm ? Das finde ich berhaupt nicht, sagt er. Von der klini-schen Atmosphre auf dieser Seite bekom-men die Angehrigen nichts mit. Sie haben nur von aussen her Zugang, gelangen durch einen warm beleuchteten Eingang zu den aufgebahrten Verstorbenen.

    Vom Obduktionssaal und weltlichen PhnomenenAuf derselben Ebene befindet sich der Ob-duktionssaal. Sieht aus wie jene Leichensle, die man aus dem Tatort kennt. Mit dem Unterschied, dass hier die Toten echt sind. Unfallopfer zum Beispiel oder Opfer von T-tungsdelikten. Ob sich Werner Freimann nie gruselt, wenn er allein ist ? Nein, sagt er und lchelt. Auf dem Friedhof sei ihm noch nie etwas Unheimliches passiert. Allerdings htten sich in St. Michael schon ganz welt-

    Der Friedhof ist auch ein Ort des Auftankens. Werner Freimann, Friedhofmitarbeiter

    Strucher stutzen, Rasen mhen, Grber schaufeln. Warum der Friedhof auch ein Arbeitsplatz ist. Text Andre Stssel, Foto Susanne Stauss

    Arbeiten, wo andere ruhen

    liche Phnomene abgespielt: Vor einigen Jah-ren wurden ein paar Grabsteine umgekippt, hin und wieder gab es eingeschlagene Schei-ben und Sprayereien. Und nachts musste er schon wegen eines Wasserrohrbruchs ausr-cken.

    Der Friedhof ist jeden Tag 24 Stunden offen. Es kommen unter der Woche nicht nur Trauernde her und nicht nur alte Leute. Es sind auch viele Junge da. Der Friedhof ist auch ein Ort des Auftankens. Mittlerweile scheint die Sonne. Es zeigt sich doch noch jemand auf dem Friedhof: Eine Frau, sie tauscht ein kleines Grablicht aus und grsst Werner Freimann. Wenn Leute trauern, sagt er, gehe er nie von sich aus zu ihnen hin. Aber manchmal kommen sie zu mir.

  • Stadtmagazin Nr. 4 Dezember 2012Seite 21

    Gehrt zu den schnsten Pltzen in Zug: Der Friedhof St. Michael.

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    KOLUMNE

    Liebe Leserin, lieber Leser

    Pltze haben etwas Faszinierendes an sich, das wusste auch mein Urahne Till Eulen-spiegel. Da herrschte emsiges Treiben, denn viele Pltze waren auch Marktpltze, wo al-lerhand Ware angeboten, gekauft oder ge-tauscht wurde. Und wo er auch mal einen Apfel oder sogar eine Rauchwurst gefun-den und gensslich in einer Mauernische verkstigt hat.

    Wenn ich heute ber die Pltze von Zug schlendere, finde ich nur noch samstags auf dem Landsgemeindeplatz einen traditionel-len Markt. Die anderen Mrkte haben sich in moderne Markthallen, sprich Warenhuser, zurckgezogen. Sie dominieren heute die Pltze vom modernen Zug, ja sie haben so-gar die Namen der Pltze manipuliert: Kaum jemand spricht heute vom Bundesplatz; fr viele ist es halt immer noch der EPA-Platz, obwohl die EPA schon lnger einem anderen Grossverteiler Platz gemacht hat. Platz ma-chen Platz suchen Platz finden Platz wechseln die Liste liesse sich weiterfhren, bis man vor lauter Pltzen den eigenen Platz nicht mehr findet. Die Pltze in der Zuger Altstadt allerdings haben ihren Platz be-haupten knnen, sie heissen noch gleich wie zu frheren Zeiten; nur die Handwerker und Gewerbetreibenden haben sich grsstenteils verabschiedet. Es ist ruhiger geworden. Aber wenn initiative Kulturschaffende zusammen mit den Verantwortlichen von Geschften, Boutiquen, Galerien und Restaurants in der Altstadt die beliebten Veranstaltungen wie Fasnacht, Jazz Night und Flohmarkt organi-sieren, kommt so etwas wie Markttreiben auf. Apropos Markt: Selten kommt es vor, dass ein Markt seinen Stammplatz verliert und sich einen neuen Platz suchen muss. Diese Suche kann bisweilen sehr lange dau-ern. So gabs noch Mitte des 19. Jahrhunderts auf dem Postplatz vor dem ehemaligen Baarertor den Sulimrcht. Und wenn man in der heutigen Zeit nach einer lauen Som-mernacht frhmorgens bei der Rssliwiese vorbeigeht, so lsst sich unschwer feststellen, dass eine moderne Form des Sulimrchts hier eine neue Bleibe gefunden hat.

    Herzlichst, Ihr Till

    Text Ueli Berger

    Mitgehrt auf dem Landsgemeindeplatz.

    Patricia: Lck, das isch jo scho schn, do ufem Landsgmeindsplatz! Chumm, mer sueched s es Pltzli a de Sunne und trinked en Kafi.

    Die beiden setzen sich in ein Strassencaf.

    Xavier: Dee Platz isch frener en krasse Umschlagplatz gsy.Patricia: En Droge-Umschlagplatz ?Xavier (lacht): Nei, vu harmlose Geter, wo dSchiff proocht hend ... Patricia: Zum Biischpill ?Xavier: Holz vu nnetsee, Wy us em Tessin, Weize us em Luzr-

    nische.Patricia: Voll ? Und wieso weisch du das ?Xavier: Mier hend letschti im Rotary-Club so en Hischtoriker

    ghrt. De hed verzellt, Zug sig frener en wichtige Han-dels- und Umschlagplatz ufem Wg zum Gotthard gsy.

    Patricia: Gsy ?Xavier: Ja, gsy.Patricia: Aber Xavi, wie isch es de htt erscht! Min Nochber handlet mit l, em Brian si Vatter handlet

    mit irgendwelche Metall, din Kolleg, de Warren, ver-schiebt Schtahl um die ganz Wlt. Und dSndy schaffet bimene Kafihndler und das alles zZug!

    Xavier: Ja klar, Zug isch e total internationale Rohschtoff-Han-delsplatz. Die Budene mit de grsschte Umstz vo de ganze Schwiiz hocked z Zug, das glaubsch nid, im Fall.

    Aber gseh tuesch vu dene nd usser, wenn sFrnseh wieder einisch en Skandal-Bricht ber Zug macht ...

    Patricia: Weisch, Zug isch im Grund gno no genauso en Umschlag-platz wie frener, nume gsesch es nmme. Htt lauft das alles virtuell ab.

    Xavier: Zum Glck! Schtell der suscht de Landsgmeindsplatz vor: knallvoll mit arabisch aagschriebne lkanischter, russische Metallblck, chinesische Schtahlrohr, Kafiseck vu Bolivie. Und mit Chole us aller Wlt.

    Patricia: Wh, das wr de schaad um dee lauschigi Platz! (Beide lachen, sie bestellt einen Caf Royal, er einen

    Caf Hot-Russian.)Xavier: Zug isch halt eifach en super Platz. En Platz a de Sunne! Blick von aussen: Text Judith Stadlin und Michael van Orsouw

    Neulich in Zug

    HINWEISJudith Stadlin und Michael van Orsouw sind mehrfach preisgekrnte Autoren aus Zug. Ihr letztes Buch trgt den Titel Spiel uns das Lied von Zug und ist im Buchhandel erhltlich.

  • Stadtmagazin Nr. 4 Dezember 2012Seite 23

    Schwarz, ohne ZuckerHier wird gelernt, gearbeitet und geirtet. Soweit das Gercht. Wir wollten es genau wissen und starteten ein Flirtexperiment in der Zuger Studienbibliothek. Text Helen Schlssel, Foto Alexandra Wey

    Ein beliebter Flirtort: Der Kaffeeautomat in der Studienbibliothek Zug.

  • Stadtmagazin Nr. 4 Dezember 2012Seite 24

    Kaffee schwarz ohne Zucker. Ich tippe lssig, ja (scheinbar) gelangweilt, auf die Taste des beigen Kaffeeautomaten. Und ich finde mich cool. Doc Martens, Levis 501, ein The-Cure-T-Shirt. Ich bin 15 und mag gar keinen Kaffee. Aber: er mag ihn. Und er steht gleich hinter mir. Schwarz, ohne Zu-cker, ja ?, sagt er (scheinbar) beeindruckt. Ich beschliesse: Ich habe ihn beeindruckt. Aber ich zeige mich cool und sage deshalb nur hmmm. Nehme meinen Kaffee und schlurfe (scheinbar) gleichgltig an ihm vorbei auf den Pausenhof. Zatong!

    Heute bin ich doppelt so alt und halb so cool. Rund zehn Nasen sitzen im unteren Stock der Zuger Studienbibliothek. Voller kindli-cher Vorfreude stehe ich im Vorraum, am Kaffeeautomaten und tippe vorsichtig auf Chocochino. Dann sehe ich mich in aller Ruhe um. Ich entscheide mich fr einen Platz Mitte-links, mit Blickkontakt zu Mn-nern. Ich atme tief ein und gehe selbstbe-wusst durch die Tr. (Nein, tu ich natrlich nicht. Weil ich den grosszgig angeschrie-benen ffnungsknopf nicht sehe, reisse ich die elektronische Schiebetre mit den Hn-den auf. Und kleckere Chocochino). Kein Mensch schaut auf, um sich die Neue anzu-sehen. Kein Mann (auch keine Frau). Etwas verwundert setze ich mich in die grosse Stil-le hinein, reisse den Klettverschluss meiner Laptoptasche auf krrrrsch. Schalte den Gppel ein Prrrring.

    Interessant: Erst als ich mich etwas beruhi-ge und (scheinbar) geschftig in die Tasten haue, schauen sie auf. Einer nach dem an-dern. Sie gehen dann auch mal vorbei, che-

    cken mich aus von oben bis unten. Du musst ihn ansehen, wegsehen, nochmal an-sehen und dabei lcheln, instruiert mich die angehende Anwltin Claudia Fischer (26). So. Dann wieder wegsehen. Nochmal ansehen und lcheln. Wenn ers dann nicht begriffen hat, dann kann ich dir auch nicht weiterhelfen. Oder ihm. Die Bibliothek, meint sie, sei ein toller Ort, um Leute ken-nenzulernen. Du vereinsamst beim Lernen und in der Verzweiflung quatschst du alle an. Was auch nach hinten losgehen kann. Einer hat mein eher freundschaftlich ge-meintes Geplapper missverstanden. Ich war nie wieder allein an der Kaffeemaschine. Jetzt lacht sie drber.

    So. Ich wechsle also ein paar Blicke, ein paar Lcheln und verfolge die Mnner subito zum Kaffeeautomaten. Wenn es doch nur einen Knopf fr Martini htte. Fr einen Schuss Mut. Hoi zme.

    Die fnf Wirtschaftsstudenten, die alleweil mal kurz aufgeschaut hatten sie sind ver-geben. Bis auf einen. Doch sie finden: Ja eh. Die Bibliothek sei also absolut ein Flirt-Ort. Gar nicht so unsexy wenn man etwas Serises will. In der Bar ist das Kennenlernen eher oberflchlich. Ist sie hier, hat sie sicher was im Kopf. Sie zucken mit den Schultern, lachen, klopfen einander auf den Rcken und sagen: Erzhl du, Remo, du bist Single. Remo Quirighetti (25) erzhlt: Es hat sich bisher nichts ergeben. Wenn es so weit wre

    naja, ein paar Blickwechsel und dann ein kurzes Treffen am Kaffeeautomaten.

    ber das Vorgehen scheinen sich die Mn-ner und Frauen ja einig zu sein. Nur: Zug ist zu klein, reklamieren sie alle. Hier sitzen immer die gleichen zehn Nasen. Die Frauen finden zudem: Die Mnner hier sind viel zu jung.

    Heinz Morf, Leiter der Bibliothek Zug, hat das Treiben lange beobachtet. Um zu wis-sen, wie wir die neue Studienbibliothek ein-richten sollen, haben wir die Lernenden erst

    Das Geirte ist noch genau gleich wie damals. Heinz Morf, Leiter Bibliothek Zug

    einmal beobachtet, sagt er. Das Lernverhal-ten habe sich in den vergangenen Jahren stark verndert. Frher hat jeder fr sich gelernt, heute bilden sich oft Lerngruppen. Ausserdem seien die technischen Anforde-rungen gewachsen. Aber das Geirte, das sei noch genau gleich wie damals. Blickwechsel, lcheln, dann die Verfolgung zum Kaffeeau-tomaten. Nur war damals die Auswahl an Kaffee eben auch noch beschrnkt.

    Aus meiner Kaffeeautomaten-Liebschaft ist dann imfall etwas geworden. Ich musste noch zwei ganze Jahre lang Kaffee-schwarz-ohne-Zucker trinken.

  • Stadtmagazin Nr. 4 Dezember 2012Seite 25

    Hier wird gewohnt, gegessen und gefestet: Der Landsgemeindeplatz vereint das Leben in Zug wie kein anderer. Ein Portrt ber den Platzhirsch der Zuger Pltze. Text Yvonne Anliker, Foto Stefan Kaiser

    Das Wohnzimmer von Zug

    Beliebter Treffpunkt: Der Landsgemeindeplatz ist fr viele das Herzstck von Zug.

  • Stadtmagazin Nr. 4 Dezember 2012Seite 26

    DER PLATZ DER LANDSGEMEINDEAuf dem Landsgemeindeplatz trafen sich die Stimmbrger der Gemeinden Zug, geri, Baar und Menzingen/Neuheim seit dem 15. Jahrhundert, um die Landsgemeinde ab-zuhalten; am 5. Dezember 1847 zum letzten Mal. Der Ort, der bis weit ins 18. Jahrhundert schlicht Platz hiess, wurde 1478 mit dem Baustart der ussern Stadtmauer ins stdte-bauliche Ensemble von Zug integriert. Ein Ausbau erfolgte 1487: Es entstanden eine Steinmauer um die Linden, die sogenannte Platzmur, und auf den Bumen Plattformen aus Holz. Zerlegte Bume nannte man diese; sie hatten eine entliche Funktion und dien-ten der Reprsentation. Wenige Jahre spter wurde auf der sdlichen Seite des Platzes eine Mhle gebaut am Standort des heuti-gen Restaurants Platzmhle. Am nrdlichen Rand lag eine Gerberei, ungefhr dort, wo 1891 die Voliere entstand. Die Fasanerie folg-te 1897; dafr musste der Hirschgarten ver-legt werden. Die letzte grosse Umgestaltung des Landsgemeindeplatzes, der der Einwoh-nergemeinde Zug gehrt, liegt rund 20 Jahre zurck. Damals verschwanden auf dem obe-ren Teil des Platzes der kleine Park mit Bu-men und Rabatten sowie die drumherum lie-genden Parkpltze. Die Autoabstellpltze auf dem unteren Platz wurden ein paar Jahre spter aufgelst. Es braucht Rahmen-

    bedingungen fr die Nutzung dieses Ortes. Regula Kaiser, stdtische Beauftragte fr Stadtentwicklung und Stadtmarketing

    Der Zuger Stadtarchitekt Beat Aeberhard nennt ihn liebevoll das Wohnzimmer von Zug. An nasskalten und grauen Tagen steht der Landsgemeindeplatz vollkommen leer, wirkt kalt und ziemlich verloren. Doch auch dann ist er eine Art Wohnzimmer, ein Treff-punkt mitten in Zug dank der Restaurants. Wenn die Sonne scheint, wird seine Anzie-hungskraft umso deutlicher: Dann sind die vor den Gasthusern platzierten Sthle alle besetzt, die Angestellten servieren Getrn-ke und Speisen, verteilen im Winter Wollde-cken und ffnen im Sommer Sonnenschir-me. Auch auf den Bnken unter den Bumen und beim Rondell auf der Holzinstallation des Knstlers Tadashi Kawamata sitzen die unterschiedlichsten Leute. Sie diskutieren, streiten, rauchen, kratzen sich an der Nase, essen, lesen, telefonieren, probieren ihren neuen Lippenstift aus, fotograeren, trinken, erholen sich, schlecken eine Glace, hren Musik, bestaunen die Vgel in der Voliere, lstern, trumen, warten und beobachten.

    Das Herzstck von ZugDer gepflasterte Landsgemeindeplatz, der schon tausendmal Schauplatz fr Dramen, Liebesromane, durchzechte Nchte, politi-sche Entscheide, Geschftsabschlsse, Pbe - leien und Streitigkeiten war, ist ein ge-schichtstrchtiger Ort. Doch trotz seiner be-wegten Vergangenheit wird dem grossen Platz oftmals nicht viel Platz eingerumt, wenn es darum geht, diese nachzuerzhlen. Auf der Homepage von Zug Tourismus bei-spielsweise ist der Landsgemeindeplatz nicht unter den Sehenswrdigkeiten zu finden. Erwhnt wird er hingegen in der gleichen Rubrik auf der stdtischen Internetseite, je-doch nur sehr knapp. Kurz fllt ebenso die geschichtliche Abhandlung im Guide Zug, dem offiziellen Stadtfhrer, aus. Auch wenn Zytturm, Kunsthaus oder Kolinplatz ihm zu-weilen die Schau stehlen, so bedeutet der schiefe Landsgemeindeplatz den stdti-schen Einwohnern doch sehr viel. Das er-fhrt, wer sich am samstglichen Altstadt-

    mrt umhrt: Er ist das Herzstck von Zug, ein Treffpunkt fr alle, sagt Corinne Graf, die ihr Velo ber den Platz schiebt. Sie wnschte sich aber mehr Blumenschmuck. Peter Rossini, der seine mit frischem Gemse vollgepackte Tasche nach Hause trgt, be-zeichnet den Platz als Herz der Altstadt. Er ist froh, verfgt Zug berhaupt noch ber ei-nen solch grossen, unmblierten Flecken mit-ten im Zentrum. Weniger gefllt ihm, dass die umliegenden Restaurants immer mehr Raum einnehmen. Helen Rufer, die fr ei-nen kurzen Schwatz mit Corinne Graf ihren Einkauf unterbricht, ist glcklich darber, dass die einst auf dem unteren Landsge-meindeplatz eingerichteten Parkpltze ver-schwunden sind. Diana Schlpfer jedoch fordert just diese Autoabstellpltze in den Wintermonaten wieder zurck. Sie sind wichtig fr das Gewerbe in der Altstadt, sagt die Inhaberin des Secondhand-Ladens Inkognito in der Oberaltstadt. Fr Schlpfer ist der Landsgemeindeplatz nmlich das Tor in die Altstadt ein Tor aber, das seine Funktion nicht immer erflle. Gerade fr neu Zugezogene ist nicht klar ersichtlich, dass hinter dem Platz die Altstadt erst recht beginnt, sagt sie und hofft, dass darum zu Geschftsffnungszeiten wieder vermehrt Anlsse in die Altstadt verlegt werden.

    Von der Jazz Night bis zum AltstadtmrtApropos Anlsse: Der Landsgemeindeplatz ist mit seiner Lage, seiner Grsse und Gross-zgigkeit ein beliebter Veranstaltungsort. Ob Vereine, Private, die Stadt oder der Kanton,

    Ich bin froh, dass Zug berhaupt noch ber einen solch grossen, unmblierten Flecken mitten im Zentrum verfgt. Peter Rossini, Zug

  • Stadtmagazin Nr. 4 Dezember 2012Seite 27

    sie alle haben es auf dem Platz schon kra-chen lassen: Seefest, Jazz Night, 1.-August-Feier, Boardstock Sommerfestival und Quer durch Zug sind nur einige Beispiele. In den vergangenen Jahren haben auf dem Platz auch wieder Landsgemeinden stattgefun-den Kulturlandsgemeinden. Belebt wird der Treffpunkt zudem durch kleine und gr-ssere Konzerte, verschiedene Mrkte und Informationsstnde.

    Immer mehr GesucheErholung, Unterhaltung, Ruhe, Bewegung Regula Kaiser, stdtische Beauftragte fr Stadtentwicklung und Stadtmarketing, ist sich bewusst, dass der Landsgemeindeplatz verschiedenen Ansprchen, die teilweise einander zuwiderlaufen, gerecht werden muss. Rund um den Platz hat es Geschfte, Restaurants und Hotels, die Kundschaft an-ziehen und auf regen Betrieb angewiesen sind, sagt sie. Am Landsgemeindeplatz, der fr Kaiser auch ein Platz der Demokratie ist, wird aber ebenso gewohnt. Es braucht deshalb Rahmenbedingungen fr die Nut-zung dieses Ortes. Umso mehr, als der Kan-ton Zug immer noch wchst. Der Platz sei Treffpunkt fr alle und je mehr Einwohner der Kanton Zug hat, desto mehr werden von der einmaligen Lage direkt am See ange-lockt. Zudem erhlt die Verwaltung immer mehr Gesuche von Grossveranstaltern, die ihre Anlsse auf dem Landsgemeindeplatz durchfhren mchten. Die Stadt hat jedoch nicht die Absicht, diese alle zu bewilligen; zumal in Zug dafr verschiedene andere Rume zur Verfgung stehen und sich mit dem Bau des Stadttunnels neue Mglichkei-ten erffnen. Das Mitwirkungsprojekt frei-raum-zug soll denn auch zeigen, welche Events sich vielleicht vom Zentrum in ande-re Stadtteile verlagern lassen was in der ersten Projektveranstaltung von einigen Teilnehmern auch so gewnscht wurde. Der Landsgemeindeplatz ist und bleibt aber ein Ort der Geselligkeit mit einer hohen f-fentlichen Bedeutung, fasst Regula Kaiser zusammen. Ein Platz also, der fr die Stadt Zug, ja fr den gesamten Kanton unersetz-lich ist. Und jede Wohnung gewinnt be-kanntlich mit einem einladenden und ge-pflegten Wohnzimmer an Gemtlichkeit.

    DAS NEUE BUCH ZU ZUGVerborgene Zeitzeugen auf einem Stadtrund-gang oder ein Theater in drei Akten ber Schuheinkufe und Busgesprche: Der neue Bild- und Textband MEIN ZUG zeigt die Stadt und den Kanton Zug in starken Bildern von Alexandra Wey und berhrenden Ge-sichtern von Zugerinnen und Zugern. Neben zahlreichen Portrts gibts da auch Zuger Siedlungsgeschichten, einen Besuch beim Berufs scher Zimmermann und im Frauenklos-ter Frauenthal. Die Texte stammen von ver-schiedenen Zuger Autorinnen und Autoren wie Max Huwyler, Judith Stadlin, Carlo Meier, Michael van Orsouw, Matthias Haldemann oder Andre Stssel. (Daniel Gaberell)

    HINWEIS144 Seiten, Format 24 x 30 cm, Kulturbuch-verlag Herausgeber.ch, Fr. 48.. Erhltlich in Buchhandlungen oder der Bibliothek Zug.

    Die Stadt Zug verlost zehn Exemplare: Postkarte an Kommunikation Stadt Zug, Stadthaus am Kolinplatz, 6300 Zug oder E-Mail an [email protected]

    Einsendeschluss 8. Januar 2013.

  • Stadtmagazin Nr. 4 Dezember 2012Seite 28

    Das ist Greth Schell

    ZUGER PLTZE IN MENSCH UND UMWELTKinder der Klassen 3c und 4c aus Oberwil widmeten sich im Mai 2012 dem Kanton Zug. Im Rahmen des Fachs Mensch und Umwelt whlten sie 20 Pltze in der Zuger Altstadt und organisierten fr Eltern und Geschwister eine Stadtfhrung. Aus den Zusammenfassungen erstellten sie ein Heft, der Text zum Greth-Schell-Brunnen ist ein Auszug daraus.

    GRETH-SCHELL-UMZUGMontag, 11. Februar 2013, 16.00 Uhr beim Casino

  • Stadtmagazin Nr. 4 Dezember 2012Seite 29

    Als ich im Sommer 2009 das erste Mal in meinem Leben Zug be-suchte habe, konnte ich nur staunen, oder besser gesagt, meine Oh-ren wurden immer grsser. Nach fast 20 Jahren im Ausland hatte ich przise Vorstellungen von einer deutschschweizer Stadt. Was ich aber hrte, waren fremdsprachige Leute berall: in den Ge-schften, am See und in den Restaurants. Was ist denn hier los?, fragte ich mich. Mir wurde erklrt, dass Zug zu einer multikulturel-len Stadt geworden ist. Meine Aufmerksamkeit war sofort geweckt. Schon in meiner Jugend bin ich viel gereist, und es interessierte mich, andere Kulturen zu verstehen. So war auch mein Studium in Zrich ein natrlicher Schritt, meinen Horizont zu erweitern. Da-mals sprachen wir aber nie von Zug, und keiner von uns zeigte Inte-resse, die Stadt zu besuchen.

    Bei meinem ersten Besuch in Zug hat es mir so gefallen, dass ich ein Jahr spter ohne Bedenken hergezogen bin. Ausser meinem Partner und meinen zwei Tchtern kannte ich anfangs niemanden. Aufgrund meiner Ttigkeit als interkultureller Coach in Luxemburg wusste ich, dass es fr meine Integration wichtig ist, schnell ein soziales Netzwerk aufzubauen. So bin ich Mitglied beim Zug Inter-national Womens Club geworden. Ich besuchte auch Kurse, um Mundart zu lernen. Mein grsster Stolz aber war, als ich Anfang 2012 meinen ersten deutschschweizer Kunden als Coach begleitete. Mir wurde bewusst: In dieser Stadt kann ich etwas bewirken. Ich sprach deutsch und mein Gegenber schweizerdeutsch die Kom-munikation funktionierte einwandfrei.

    Trotzdem fhlte ich mich manchmal wie ein Expat: Nach zwanzig Jahren in Luxemburg musste ich mich wieder an die Schweizer Gewohnheiten und Werte gewhnen. Einige der Expats sind sogar schweizerischer als ich. Sie haben das Land nicht nach ein paar Jah-ren, wie es die Arbeitsvertrge vorsehen, verlassen, sondern haben sich richtig eingelebt. Auf der anderen Seite haben sie neue Traditi-onen und finanzielle Mittel nach Zug gebracht und aus dem kleinen bescheidenen Zug eine Stadt erschaffen, die in der internationalen Szene von sich reden macht. Dabei ist nicht zu vergessen: Dank den Bemhungen des Kantons- und Regierungsrates ist Zug fr diese internationalen Firmen attraktiv geworden. Ich habe mich in den letzten zwei Jahren mehr und mehr fr diese schne, kleine Stadt interessiert und hier mein Zuhause aufgebaut. Ich geniesse die prachtvolle Natur und bin froh, hier meine Schweizer Wurzeln wie-dergefunden zu haben. Text Catherine Schopfer

    www.ziwc.ch www.frauenzentralezug.ch

    Blick von aussen

    Die eigene Schranktr geht nur noch mit Murksen zu ? Bcher stapeln sich zwischen Zeitungen am Boden ? Und auf dem Bro-tisch bleibt kaum Platz zum Arbeiten ? Dieses Buch kann helfen. Gegen die akute Platznot und fr mehr Stauraum gibt es Tipps und Tricks zum Aufrumen und Aufbewahren. Erster unumgnglicher Schritt ist das Entrmpeln. Und zwar Schublade fr Schublade, Zimmer fr Zimmer. Wertloses gehrt in den Mll, Wertvolles be-kommt einen Platz im Regal. Ohne den berflssigen Krimskrams knnen die restlichen Sachen in einem zweiten Schritt geordnet und verstaut werden. Und: Oft bentigte Dinge sollten griffbereit, alles andere gut verstaut sein, rt die Autorin Margaret Sabo Wills. Ansprechende Fotos zeigen auch gleich das mgliche Resultat ei-ner solchen Aufrumaktion. Ein gelungener Bildband rund ums Thema Aufrumen, findet Barbara Kostezer, stellvertretende Lei-terin der Bibliothek Zug. Man bekommt direkt Lust, die eigene Wohnung umzugestalten. Nicht nur Chaoten, auch Ordnungslie-bende finden in diesem Buch neue Inspiration, sei es fr mehr Stauraum, neue schmucke Rume oder eine Umdekoration eines Zimmers.

    Buchtipp von Barbara Kostezer, stellvertretende Leiterin der Bibliothek Zug

    Text Lucia Bolli

    Adieu Platznot

    HINWEISPlatz da ? Staurume schn & praktisch: Margaret Sabo Wills, Christophorus Verlag, 144 S. Ausleihbar in der Bibliothek Zug.

    HINWEISCatherine Schopfer, in Genf geboren und aufgewachsen, lebt seit Juli 2010 in Zug. Sie ist Prsidentin des Zuger International Womens Club und engagiert sich fr ver-schiedene Frauenorganisationen.

    BUCHTIPP

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    1 MetalliDER Ort fr Shopping- Verrckte. Was viele nicht wissen: Im Untergrund zeigen Kinder und Jugend-liche ihre Schauspiel-knste, ein Tipp fr alle Theaterinteressierten. www.kindertheaterzug.ch

    2 Bossard ArenaFr alle Hockeybegei-sterten, die selber gerne auf dem Eis stehen: Das Aus seneisfeld auf dem Arena platz ist bis Mitte Mrz offen.

    3 Wschhsli am See Ein grnes Fleckchen Wie-se direkt am See auch im Winter eine Oase.

    4 Lttich BadiPlantschen und Schwim-men zu jeder Jahreszeit.

    5 Reitzentrum LetziNicht nur fr Pferdefans: Ein kleiner Geheimtipp ist das nahe gelegene Inseli in der Alten Lorze.

    6 Spielplatz SchnggelochSich beim Versteckis im Schnggehsli verkriechen. Alle Spielpltze und Tipps fr Familien: www.familien.zug-touris-mus.ch

    7 Zu HauseBei Nebel und Schnee eine Tasse Tee unter der warmen Decke schlrfen.

    8 Brauerei BaarBei einer Fhrung erfahren, wie Hopfen und Malz zum erfrischenden Getrnk wer-den.

    9 Campingplatz im BrggliWarum nicht mal im Winter eine Cervelat auf offenem Feuer brteln ?

    10 St. VerenaSchner Wanderweg auf den Zugerberg. Unbedingt einen Stopp bei der St.-Verena- Kapelle ein-legen: Die Aussicht auf Zug ist einmalig.

    10 Lieblingspltze

    Wir haben unsere Facebook-User nach den beliebtesten Pltzen gefragt. Was man dort machen kann, verrt uns Zug Tourismus.

    Stadtmagazin Nr. 4Seite 30

    Fotowettbewerb

    Es wurde eifrig abgestimmt und geliked: ber 60 tierisch gute Fotos haben uns auf Facebook erreicht. Diese drei erhielten die meisten Stimmen.

    1. Platz: Tanja Grnquist mit Clyde, 117 Stimmen

    2. Platz: Francesco Catarci, 107 Simmen

    3. Platz: Patricia Peikert mit Shawnee, 93 Stimmen

    Text Lucia BolliFoto Facebook-Auftritt der Stadt Zug, 7. November 2012

    www.zug-tourismus.chwww.facebook.com/ZugTourismuswww.facebook.com/StadtZug

  • Stadtmagazin Nr. 4 Dezember 2012Seite 31

    KURZMELDUNGEN

    Weniger Lrm dank elektrischen LaubblsernMit den heruntergefallenen Blttern ertnt in der Stadt vermehrt das Drhnen der Laubblser. Die Maschinen sind bezglich Lrm- und Geruchs-emissionen umstritten. Deshalb setzt die Stadt Zug auf Antrag der Energiekommission in einem Testlauf zwei Akku-Laubblser ein. Die Vorteile berzeugen: Die Lrmbelastung ist viel geringer und die Gerte verursachen keine Abgase. Jedoch sind die umweltfreundlichen Blser noch immer rund viermal so teuer wie die benzin-betriebenen. Die Stadt wird alte Gerte, sofern sinnvoll und nanziell vertretbar, knftig mit elek-trisch betriebenen ersetzen. (Walter Fassbind)

    Weg mit den Kugelleuchten Die kugelfrmigen Leuchten am Zuger Quai gehren bald der Vergangenheit an. Sie sind ein klassischer Fall von Lichtverschmutzung, sagt Zugs Stadtarchitekt Beat Aeberhard. Denn sie streuen Licht in alle Richtungen. Auch dorthin, wo es nicht bentigt werde. Auch bezglich Technik, Energieverbrauch und Nachhaltigkeit sind sie nicht mehr zeitgemss. Deshalb hat die Stadt Zug in Zusammenarbeit mit den Was-serwerken Zug eine Teststrecke mit modernen Leuchten geplant. Ende November 2012 werden auf einem Teilstck des Quais unterschiedliche LED-Leuchten aufgestellt und geprft. Daraus knnen die Projektverantwortlichen Rckschlsse fr die Gesamterneuerung des Quais ziehen. Diese ist im Laufe 2013 geplant. (Alexander Albertini)

    Riedmatt, Herti: Freizeit-betreuung in PavillonsDie Planung war ambitis, die Umsetzung eine logistische Herausforderung: Innert weniger Wo-chen wurden in den Schulen Riedmatt und Herti je zwei Modulpavillons fr die Freizeitbetreuung aufgestellt. Mit grossen Lastwagen wurden die fertig gebauten Module angeliefert, mit Kranen auf die Fundamente platziert und in Windeseile montiert. Bereits seit Ende Oktober nutzen die Kinder und ihre Betreuungspersonen die neuen Rumlichkeiten. Wo es frher nur einen Mittags-tisch gab, sind die Kinder im Riedmatt-Quartier nun von 12 bis 18 Uhr umsorgt. Ein wichtiger Schritt, sagt Stadtrtin Vroni Straub, damit wir unser qualitativ gutes Betreuungsangebot auf-rechterhalten knnen, brauchen wir Platz. Die Nachfrage ist vorhanden: Bereits sind zwischen 23 bis 50 Kinder am Mittag und 14 bis 21 Kinder am Nachmittag angemeldet. (red)

    Kontakt und AnmeldungKind Jugend Familie, 041 728 23 42 www.stadtzug.ch/kindjugendfamilie

  • Stadtmagazin Nr. 4 Dezember 2012Seite 32

    Stadttratschspalte : Unwichtige Wichtigkeiten Freudestrahlend gab Stadtprsi-dent Dol Mller vor den Medien am Abstimmungssonntag vom 9. September 2012 das Ergebnis bekannt: Mit 4343 zu 3428 Stim -men haben die Stimmberechtigten der Stadt Zug klar Ja zum Kauf des ehemaligen Landis&GyrGe-budes gesagt.

    Grosse Genugtuung auch bei den Befrwortern Philip C. Brunner, SVP, Othmar Keiser, CVP, Urs Bertschi, SP, Monika Mathers, CSP, Stefan Hodel, Alternative, und Michle Kottelat, glp: Die Stadtverwaltung kann nun zentralisiert ihre Dienst-leistungen in unmittelbarer Nhe des Bahnhofs anbieten.

    Lange Gesichter gab es bei den jungen FDP-Gemeinderten Martin Khn, Sandra Barmettler und Rainer Leemann. Sie hatten sich zu sehr auf die FDP-Meinungs-macher Ulrich Bollmann, Hans Wickart und Andreas Kleeb verlas-sen. Ein veritabler Fehlschuss fr die drei selbsternannten Immo-bilien-Spezialisten, wollten sie doch mit ihrem Nein vor allem den lin-ken Stadtrat treen.

    Sehr exibel zeigte sich FDP-Pr-sidentin Chris Oevray: Sie nutzte die Gelegenheit, ihrem Stadtrat Ivo Romer, FDP, fr den Abstimmungs-erfolg zu gratulieren. Dieser genoss den Augenblick in seiner herb- sympathischen Art sichtlich. (red)

    Ganz viel Ernsthaftes rund um Politik nden Sie im nchsten Stadtmagazin.

    Am 9. September 2012 haben Sie einen denkwrdigen und wegweisenden Entscheid fr die Stadt Zug gefllt: 56 Prozent von Ihnen, die stimmen gin-gen, haben dem Kauf des ehemaligen Landis&Gyr-Verwaltungsgebudes zugestimmt. 52 Millionen Franken gehen damit von der Stadt Zug an die Firma Siemens AG ber und das geschichtstrchtige Haus an der Gubel-strasse 22 gehrt Ihnen den Einwohnerinnen und Einwohnern der Stadt. Selber be nutzen werden Sie es freilich nur dann, wenn Sie von der Stadt-verwaltung Zug eine Dienstleistung beanspruchen und zu diesem Zwecke die Verwaltung aufsuchen werden.

    Dem Kauf hat eine deutliche Mehrheit zugestimmt. Ihnen, die Sie dem Stadtrat und uns Mitarbeitenden der Stadtverwaltung mit diesem Ja ein grosses Vertrauen entgegengebracht haben, gehrt unser Dank. 52 Millio-nen Franken sind ein grosser Betrag. Wir knnen Ihnen jedoch versichern, dass das Geld gut investiert ist. Und htte die Stadt das Gebude nicht erworben, wrde es bereits heute mglicherweise einem Investor gehren, der nicht von Zug stammt.

    Auch verstehen wir die Bedenken von besorgten Mitbrgerinnen und Mit-brgern, dass die Altstadt ein Stck ihrer Identitt verlieren kann, wenn die Verwaltung wegzieht. Seit Jahrzehnten prgt sie schliesslich das Leben in der Altstadt. Und seien Sie versichert, der Mehrheit von uns gefllt unser Arbeitsplatz, und wir verstehen es als Privileg, in den historischen Ge-buden arbeiten zu drfen. Trotzdem sehen wir Vorteile einer zentralen Ver waltung.

    Wir werden also dereinst mit einem lachenden und weinenden Auge weg-ziehen in der Honung, Ihnen den Weg zur Stadtverwaltung zu erleich-tern. In Zukunft werden Sie nicht mehr von einem Haus zum anderen gehen mssen, sondern zentral empfangen und bedient werden. Bis es so weit ist, werden mindestens drei, hchstens sechs Jahre verstreichen, so ist es ver-traglich vereinbart. Siemens AG wird einen neuen Hauptsitz in Zug Nord beziehen. Dieser muss aber zuerst gebaut werden.

    So werden wir Sie, geschtzte Zugerinnen und Zuger, vorlug weiterhin und gerne in der Zuger Altstadt an den verschiedensten Orten zu Ihrer vollsten Zufriedenheit bedienen.

    Freundliche Grsse

    Thomas Gretener im Namen der Mitarbeitenden der Stadtverwaltung Zug

    Liebe Einwohnerinnen und Einwohner : Danke

    Theaterverein fr SeniorenSeit 20 Jahren stehen die Mitglieder des Seniorentheaters St. Johannes in Zug im Einsatz sei es vor oder hinter der Bhne und begeistern die Besucherinnen und Besucher. Vom 14. Februar bis 1. Mrz 2013 zeigt das Seniorentheater St. Johannes Zug das Stck Tau-Wtter von Hans Kern um eine Senioren-WG. Die Ko m die zeigt auf lustige Art, wie einsame Menschen eine Wohngemeinschaft bilden. Die Vorfhrungen sind entlich.

    www.seniorentheater.ch

    Weihnachtsbrief-kasten: Hoffnung fr Hilfesuchende

    Es gibt sie auch in Zug. Die versteckte Not jener, die ihre Rechnungen nicht bezahlen, sich das Ntigste nicht leisten knnen. Jedes Jahr besonders zur Weihnachtszeit untersttzt der Zuger Kantonale Frauenbund (ZKF) mit seinem Weihnachts briefkasten Familien in Not, nan ziert dringend Notwendiges, vermittelt Fachkom-petenz und organisiert Untersttzung. Jhrlich erhalten rund 700 Erwach-sene und Kinder mit Wohnsitz im Kanton Zug Hilfe. Hinter dem traditi-onellen Weihnachtsbriefkasten stehen rund 26 engagierte Frauen. Sie haben in ihren Wohngemeinden Kontakt zu Menschen in schwieri gen Situationen und wissen, wo Unter-sttzung ntig ist. Am meisten ge-braucht werden Kleider und Schuhe vor allem fr Kinder Beitrge an Einrichtungskosten und Zuschsse an nicht gedeckte Therapie- und Zahnarztkosten, Strom- und Heizkos-tenrechnungen. (Ursi Gasser)

    Zuger Kantonaler Frauenbund 041 710 27 87, www.zkf.ch

    KURZMELDUNGEN

  • Stadtmagazin Nr. 4 Dezember 2012Seite 33

    Mo 10. Dezember 19 21 Uhrfreiraum-zug WIE ?Burgbachsaal Zug

    Mobiles Kunsthaus, Holzbadi auf dem See oder Strassencafs in der Altstadt: Die Ideen der Zuger Bevl-kerung waren kreativ und vielfltig. In Workshops, im Internet und in Umfragen wurden Meinungen und Ideen fr die Zuger Pltze und entlichen Anlagen gesammelt. In der dritten Mitwirkungsveranstal-tung von freiraum-zug wird ein Nutzungskonzept fr den entli-chen Raum in Zug prsentiert. Das Ergebnis diskutieren und kommen-tieren die Teilnehmenden am drit-ten Abend.

    Sa 15. Dezember9 16 UhrAdventstag fr Kinder und ErwachseneBibliothek Zug

    Gemtliches Beisammensein fr Gross und Klein bei Bchern, Kaee und Guetzli: Auch in der Bibliothek Zug macht die Adventszeit halt. Kinder knnen an einem grossen Bastelwerk mitwirken, welches in der restliches Zeit bis Weihnachten in der Bibliothek zu bewundern sein wird.

    Mi 13. und Do 14. Februar 9.30 12 oder 14 16.30 UhrKinderferienworkshop: Bunte Glasperlen herstellenMuseum fr Urgeschichte(n)Ab 26. Januar 2013 sind in der Son-derausstellung geschmckt & be-wanet prachtvolle mittelalterliche Ketten aus farbigen Glasperlen zu sehen. Im Workshop kann jedes Kind aus buntem Glas selber eine Handvoll Perlen drehen. Um die kostbaren Stcke aufzubewahren, stellen wir ein Beutelchen her. Fr Kinder ab 8 Jahren. Platzzahl be-schrnkt, Anmeldung erforderlich 041 728 28 80. Unkostenbeitrag Fr. 16.

    Die Zuger Altstadt verwandelt sich in ein Mrliland. In rund 30 Erzhlstuben lesen Mrchentanten und -onkel vor und verzaubern so Jung und Alt. In den Strassen ertnen weihnchtliche Klnge, und Kutschen stehen fr eine Fahrt durchs Mrliland bereit. Prinz Aschid aus 1001 Nacht spaziert mit seiner Kamel-Karawane durch die Stadt die jngeren Besucherinnen und Besucher knnen ihm auf Esel oder Lama folgen.

    MrlisunntigSo 9. Dezember, ganzer Tag, Zuger Altstadt

    STDTISCHE ANLSSE / KULTURVERMITTLUNG

    Chrpfelimee: Tradition lebt

    In einem Kantonsratsprotokoll aus dem Jahre 1847 ndet sich die lteste geschichtliche Erwhnung des Chrpfelimee-Brauches. Er hat bis heute berlebt und ist vitaler denn je. Krzlich wurde das Chrp-felimee-Singen sogar vom Bundes-amt fr Kultur ausgezeichnet und in die Liste der lebendigen Traditio-nen aufgenommen. Dazu Christian P. Meier, Chefredaktor der Neuen Zuger Zeitung: Ich liebe diesen Brauch, gerade, weil er in der gross und anonym gewordenen Stadt et-was Anachronistisches hat. Jeweils am Altfasnachtssonntag tragen in Zug rund ein Dutzend Gesangsgrup-pen den verliebten Paaren Lieder vor und werden dafr mit Wein und Krapfen belohnt. No mee Chroopfe, Chrpfelimee, fordern sie dann neckisch. Das Chrpfelimee ist einer der schnsten Bruche der Schweiz, ndet auch Gianni Bomio, der seit 40 Jahren in einer Gesangs-gruppe mitmacht.

    Das nchste Chrpfelimee-Singen ndet am 17. Februar 2013 statt. Paare sind eingeladen, sich fr die-sen einzigartigen Anlass zu melden: www.schneiderzunft.ch.(Ernst Moos)

    www.lebendige-traditionen.ch

    Gewrzmhle : Platz fr Kultur

    Wo frher Gewrze aller Art verar-beitet und vertrieben wurden, wird seit ber zehn Jahren Kultur gelebt. Die Gewrzmhle im Herti dient nicht nur als Atelierhaus fr Kunst- und Kulturschaende und Probe-raum fr Theatervereine, sondern bietet auch kulturell aktiven Organi-sationen einen kleinen, aber feinen Veranstaltungsort. Auch diesen Winter hauchen Kleinknstlerinnen, -knstler und Kulturschaende den alten Hallen und der Bar kulturelles Leben ein. (Sibylle Gerber)

    www.gewrzmhle.ch

  • Stadtmagazin Nr. 4 Dezember 2012Seite 34

    DEZEMBER

    Do 06. / 19.30 UhrKirche Gut HirtAdventskonzert der Kadetten-musik der Musikschule Zug

    So 09. / 14.00 18.00 UhrAltstadt ZugMrlisunntig

    So 09. / 14.00 17.00 UhrAula Wilhelm-Gebude, Hofstrasse 20Mrchenhaftes Theater fr Gross und Klein

    Mo 10. / 19.00 21.00 UhrBurgbachsaalWIE ? Dritte Mitwirkungsveran-staltung zur Erarbeitung eines Nutzungskonzepts fr den entlichen Raum in Zug, Anmeldung: freiraum-zug.ch

    Di 11. / 20.00 UhrMusikschule ZugKonzertreihe Musik verstehen3. Konzert

    Sa 15. / 9.00 16.00 UhrBibliothek ZugAdventstag fr Kinder und Erwachsene

    JANUAR

    Mi 02. / 15.30 UhrMuseum fr Urgeschichte(n)Rundgang durch die Ausstel-lung mit Neujahrsapro

    So 06. / 17.00 UhrKirche St. OswaldWie schn leuchtet der Morgenstern: Neujahrskonzert des Chors Quattordici, anschliessender Neujahrsapro an der PHZ Zug

    Mi 09. / 19.30 21.30 UhrStudienbibliothek ZugEinfhrung in die Digitale Bibliothek

    Do 10. / 18.15 20.00 UhrPHZ ZugVortragswerkstatt: Ramona Benkenstein Rhetorik in der Schule, Abendkasse Fr. 15.

    So 13. / 15.00 UhrAula Wilhelm-Gebude, Hofstrasse 20Aktuelle Entdeckungen der Kantonsarchologie: Vortrag von Dr. Stefan Hochuli, Leiter Amt fr Denkmalpege und Archologie Zug

    Do 17. / 18.15 20.00 UhrPHZ ZugVortragswerkstatt: Kerstin Hillegeist Sprache der Lehr - person, Abendkasse Fr. 15.

    Sa 26. / 10.30 UhrAula LoretoKonzert der Kinderchreder Musikschule Zug

    So 27./14.00 17.00 UhrMuseum fr Urgeschichte(n) Hammer und Amboss: T-Shirts und Taschen bedrucken mit dekorativen Ornamenten aus dem Mittelalter

    Di 29. / 20.00 UhrMusikschule ZugKonzertreihe Musik verstehen4. Konzert

    FEBRUAR

    Mo 04. bis Fr 08.Davos, Flumserberge, BrigelsWintersportwoche fr Schle - r innen und Schler: Sportan ge-bote der Stadt Zug sowie Wintersportlager

    Mi 06. / 19.30 21.30 UhrStudienbibliothek ZugEinfhrung in die Digitale Bibliothek

    Do 07. bis 11.Stadt ZugZuger Fasnacht

    Do 07. / 14.30 Uhr Start beim KolinplatzChesslete: Kinderfasnachts-umzug

    Mo 11. / 16.00 UhrStart beim CasinoFasnachtsmontag: Greth-Schell-Umzug

    Mi 13. 9.3012.00 oder 14.00 16.30 UhrDo 14. 9.3012.00 oder 14.00 16.30 UhrMuseum fr Urgeschichte(n)Kinderferienworkshop: Bunte Glasperlen herstellenAnmeldung ntig 041 728 28 80

    So 17. / 18.00 UhrAltstadt ZugChrpfelimee

    Do 21. / 18.15 20.00 UhrPHZ ZugVortragswerkstatt: Janet Spreckels Erklren, Abend-kasse Fr. 15.

    So 24. / 14.00 17.00 UhrMuseum fr Urgeschichte(n)Was Skelette uns erzhlenFr Kinder ab Schulalter und Erwachsene, Start um 14.15, 15.15 und 16.15 Uhr

    Di 26. / 19.00 UhrReformiertes Kirchgemeinde-zentrumKonzert der Prima Bandader Musikschule Zug

    MRZ

    Di 05. / 20.00 UhrMusikschule ZugKonzertreihe Musik verstehen5. Konzert

    Mi 06. / 19.30 21.30 UhrStudienbibliothek ZugEinfhrung in die Digitale Bibliothek

    STDTISCHE ANLSSE / KULTURVERMITTLUNG

    Weitere Veranstaltungskalender nden Sie unter: www.stadtzug.ch, www.igkulturzug.ch, www.zugtourismus.ch Mit dem Kulturapp wissen Sie auch unterwegs ber alle laufenden Kulturveranstaltungen Bescheid: www.zurichparkside.ch

    So 10. / 15.30 UhrMuseum fr Urgeschichte(n)Familienfhrung durch geschmckt & bewanet

    Mi 27. / 19.00 UhrAula LoretoSchlagZug, Konzert derSchlagzeugklassen der Musikschule Zug

  • Dezember 2012Stadtmagazin Nr. 4Seite 35

    Im Notfall

    rztlicher Notfalldienst0900 008 008Die dargebotene Hand143Elternnotruf, 24 Stunden041 710 22 05Feuerwehr118Kantonstierarzt041 728 35 09Polizei-Notruf117Rega1414Sanittsnotruf144Spitex041 729 29 29Toxikologischer Notfalldienst145Zahnrztlicher Notfalldienst0844 224 044

    Gut zu wissen

    Abteilung Kind Jugend Familie041 728 23 43Alkohol- und Suchtberatung041 728 39 39AndreasKlinik Cham041 784 07 84Arbeitsvermittlungszentrum RAV041 728 25 88Auskunft Inland1811Bahnhof SBB0900 300 300 (CHF 1.19/Min.)Behindertentransport Zug (Tixi-Zug)041 711 84 84Bibliothek Zug041 728 23 13nungszeiten:MoFr 9.0019.00 UhrSa 9.0016.00 UhrDiakoniestelle / SozialberatungLeuchtturm041 727 60 70Fachstelle Alter und Gesundheit041 728 23 92Frauenzentrale Zug041 725 26 66Fundbro041 728 45 20Hallenbad Herti041 741 81 77

    Hallenbad Loreto041 728 69 70Hauptpost, Poststellen0848 888 888Kantonsspital Zug-Baar041 399 11 44Kinder- und Jugendberatung Zug041 711 00 06Musikschule041 709 00 90kihof (ZEBA)041 783 03 40Pro Inrmis041 725 23 23Pro Senectute041 727 50 50Reisezentrum ZVB/ZBB/SGZ/SBB041 728 58 60Schulsozialarbeit079 794 09 43Soziale Dienste041 728 22 56Stadtschulen041 728 21 40Stadtverwaltung Zug041 728 15 15Steuerverwaltung Zug041 728 26 11Unabhngige Beschwerdestelle fr das Alter UBA058 450 60 60Wetterauskunft1600Zug Tourismus041 723 68 00Zuger Fachstelle punkto Jugendund Kind041 728 34 40Zuger Polizei041 728 41 41

    2012

    Herbstferien Samstag, 6. Oktober Sonntag, 21. OktoberAllerheiligen Donnerstag, 1. NovemberWeihnachtsferien Samstag, 22. Dezember Sonntag, 6. Januar

    2013

    Sportferien Samstag, 2. Februar Sonntag, 17. FebruarKarfreitag Freitag, 29. MrzOstermontag Montag, 1. AprilFrhlingsferien Samstag, 13. April Sonntag, 28. AprilAuahrtsferien Donnerstag, 9. Mai Sonntag, 12. MaiPngstmontag Montag, 20. MaiFronleichnam Donnerstag, 30. MaiWeiterbildungstag Lehrpersonen Freitag, 31. MaiSommerferien Samstag, 6. Juli Sonntag, 18. AugustSchulbeginn Montag, 19. AugustHerbstferien Samstag, 5. Oktober Sonntag, 20. OktoberAllerheiligen Freitag, 1. NovemberWeihnachtsferien Samstag, 21. Dezember Sonntag, 5. Januar

    FERIENKALENDER WICHTIGE NUMMERN

  • Zeichne deine beste Freundin

    oder deinen besten Freund.

    Schick uns ein Foto von deinem Bild an [email protected],

    via www.facebook.com/stadtzug oder per Post an: Kommunikation, Stadthaus am Kolinplatz, 6300 Zug.

    Fr das Bild mit den meisten Stimmen gibts einen Geschenkkorb von Zug Tourismus.

    Einsendeschluss 15. Januar 2013.

  • Hast du einen besten Freund oder eine beste Freundin?Ja, es ist eine Katze und sie heisst Mango.

    Was macht ihr zusammen?Am Abend kommt sie meistens zu mir und schlft in meinem Bett.

    Was bedeutet Freundschaft fr dich?Wenn jemand hilfsbereit ist, zu mir hlt und mich beschtzt, wenn jemand mich rgert. Das Gleiche mache ich nmlich auch.

    Was geht berhaupt nicht in einer Freundschaft?Wenn mich jemand beleidigt, beschimpft, auslacht oder schlimme Wrter zu mir sagt.

    Mia Haslbeck (8), Uster

    Sebastian hat beim EVZ angefragt, ob wir mit Damien Brunner ein Interview machen knnen. Damien Brunner (26) spielt Eis hockey beim EV Zug. Wir haben ihn in der Bossard-Arena getroen.

    Warum spielst du im EVZ?Ich bin vor viereinhalb Jahren von Kloten hierher gezogen. Der Vertrag wurde immer wieder verlngert, was mir sehr gefallen hat.

    Was bedeutet Freundschaft fr dich?Freundschaft ist sehr wichtig. Dass man Kollegen hat, auf die man sich verlassen kann. Sie geben Rckhalt auch in Krisenzeiten.

    Wie wichtig sind fr dich Freundschaften innerhalb des Teams?Sehr wichtig, schliesslich verbringt man sehr viel Zeit miteinander. Dann ist es von Vorteil, wenn man gut auskommt.

    Hast du Freunde in einem anderen Team?Ja, in Kloten, wo ich aufgewachsen bin.

    Wie ist es, wenn ihr gegeneinander spielt?Man vergisst es, wenn man spielt. Es ist ein ungeschriebenes Gesetz: Nach dem Match ist mit dem Handshake alles wieder gut.

    Hast du als Kind schon Eishockey gespielt?Ich stand mit vier Jahren das erste Mal auf dem Eis. Mit acht ging ich dann in den Eis hockey-Club.

    Was macht ihr gemeinsam?Max: Zusammen Pingpong spielen. Und wir sind beide in einer Gruppe und diskutieren viel. Am Abend im Zimmer reden wir weiter.Alessio: Ja, die Nachtruhe ist egal (lacht). Wir mssen einfach am Morgen um viertel nach sieben aufstehen.

    Wann ist jemand ein echter Freund?Max: Wenn man zusammen spielt und aus-kommt. Alessio: Ein Freund ist fr mich, wenn man etwas gemeinsam macht.

    Was magst du an deinem neuen Freund?Alessio: Den Berner Dialekt.Max: Ich nde ihn nett. Wir kommen gut aus.

    Was bedeutet Freundschaft fr euch?Max: Zusammen auskommen, spielen. Jetzt sagst du noch was, Alessio!Alessio: Du klaust mir immer das Wort. Du bist halt der Schnellere. Freundschaft bedeu-tet fr mich, dass man hnlichkeiten hat.

    Max Strssle (11), Bern, und Alessio Getzmann (12), Rotkreuz

    REPORTER AN DER KINDERKONFERENZAcht Kinder der Schule Guthirt waren wh-rend der Projektwoche vom 5. bis 9. Novem-ber an der nationalen Kinderkonferenz als Reporter unterwegs. Sie haben fr das Stadt-magazin, fr die Neue Zuger Zeitung und frs Radio Industrie recherchiert. Die Repor-

    ter haben Interviews mit verschiedenen Kin-dern gemacht. An der Kinderkonferenz disku-tierten Kinder aus der ganzen Schweiz in verschiedenen Gruppen ber das Kinderrecht auf Freundschaften. Sie prsentierten die Resultate auch den Erwachsenen. Es nahmen 11 Kinder aus dem Kanton Zug teil.

    Ein Freund ist, wer zu mir hlt und mich beschtztFragen vorbereiten, Interviews fhren, schreiben und IRWRJUDHUHQ.LQGHUGHU6FKXOH*XWKLUWZDUHQ DQGHUQDWLRQDOHQ.LQGHUNRQIHUHQ]DOV5HSRUWHULQQHQ XQG5HSRUWHUXQWHUZHJV'LHVH6HLWHLVWLKU:HUN Reportage von Laura Zeller (11) und Sebastian Keiser (12), Schule Guthirt, Zug

  • Die Stadt Zug im FokusDezember 2012 Pltze

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    rAuf die Pltze, fertig, los!Sie kommen nach Zug, um zu arbeiten, zu spielen oder um zu LUWHQ6LHWXQGDVDQLKUHP$UEHLWVSODW]DXIGHP6SLHOSODW]GHP/LHEOLQJVSODW]RGHUJDUDQLKUHP6WDPPSODW](VJLEWKLHUDEHUDXFK0HQVFKHQGHQHQ3ODW]$QJVWPDFKW

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